Landkreis Waldeck-Frankenberg

Viele Hürden: Weg zum Arbeitsmarkt ist für Flüchtlinge lang

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4185 Arbeitslose im März

Waldeck-Frankenberg. Bis die ersten Flüchtlinge reif für den Arbeitsmarkt sind, dauert es noch mehrere Jahre.

So lautet die Einschätzung von Bernd Wilke von der Agentur für Arbeit in Korbach. Es mangele vor allem an ausreichenden Deutschkenntnissen, um in einer Ausbildung oder an einem Arbeitsplatz bestehen zu können. „Erst in zehn Jahren werden 60 Prozent der Asylberechtigten, die jetzt hier leben, am Arbeitsmarkt angekommen sein.“

Nach den Erfahrungen von Ehrenamtlichen aus Waldeck-Frankenberg, die sich für Flüchtlinge engagieren, haben viele Betriebe Hemmungen, Asylbewerbern eine Chance zu geben. Im Praktikums-Portal der Industrie- und Handelskammer (IHK) ist für Waldeck-Frankenberg bislang nur ein Angebot eingestellt. Laut Bernd Wilke übersteigt aber das Angebot an Praktikumsplätzen die Zahl derer, die dafür infrage kommen. „Gebt den Menschen Zeit“, appelliert er an alle, die Asylbewerbern helfen wollen. Unter den Flüchtlingen seien sowohl gut gebildete Menschen als auch Analphabeten.

Bei der Kreishandwerkerschaft haben sich zwar mehr als 60 Betriebe bereiterklärt, Flüchtlinge als Praktikanten einzustellen. Es gebe aber Hürden: neben der Erlaubnis der Ausländerbehörde vor allem die Sprache, sagt Friedrich Schüttler vom Berufsförderungswerk des Handwerks.

„Gerade in Waldeck-Frankenberg engagieren sich Unternehmen besonders stark“, sagt Dr. Michael Ludwig, IHK-Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung. Prof. Dr. Martin Viessmann, der Präsident der IHK Kassel-Marburg ist, sagt: „Als Unternehmer sind wir gefordert, Flüchtlingen zu einem berufsqualifizierenden Abschluss und damit zur Integration in die Gesellschaft zu verhelfen.“ Das Allendorfer Unternehmen ermöglicht Flüchtlingen in einem Integrationsprogramm einen Sprachunterricht und Hospitation im Betrieb.

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Quelle: HNA

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