DRK in Frankenberg

Viermal täglich im Eiltempo unterwegs

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Drei Generationen an Notarzteinsatzfahrzeugen: Links der VW T5, den der DRK-Kreisverband seit 2008 in Dienst hat, rechts, der Vorgänger, ein Audi A6 Avant. Den Mercedes Vito nimmt der Rettungsdienst voraussichtlich in der nächsten Woche in Betrieb. Die beiden älteren Fahrzeuge bleiben dienstbereit: Der VW-Bus als Notarzt-Ersatzfahrzeug, der Audi als Einsatzfahrzeug, beispielsweise für Rettungsdienstleiter Christian Neuhaus (Vierter von links) und seinen Stellvertreter Jens Köster (rechts). Notär

Frankenberg - Im Schnitt viermal täglich benötigt irgendwo im Frankenberger Land jemand schnellstmöglich ärztliche Hilfe. Dann rückt das Notarzt-Einsatzfahrzeug des Frankenberger DRK-Kreisverbands aus. In der nächsten Woche nimmt der Rettungsdienst einen neuen Wagen in Betrieb.

Seit 1992 gibt es das Notarztsystem im Frankenberger Land, das für schnelle Hilfe in Notfällen sorgen soll. Wählt jemand die Notruf-Nummer 112 und schildert Krankheitssymptome, entscheidet der Disponent auf der Rettungsleitstelle in Korbach, ob neben einem Rettungswagen auch der Notarzt ausrückt.

Das war im vergangenen Jahr 1669-mal der Fall: So viele Notarzt-Einsätze verzeichnete der Rettungsdienst 2012. Im Schnitt bedeutet das etwa vier Alarmfahrten am Tag. Das Notarzt-Einsatzfahrzeug, kurz NEF, ist in Röddenau stationiert. In ihm rücken ein Rettungsassistent und der Notarzt – in der Regel Dr. Monika Güttinger – aus.

240000 Kilometer hat das bisherige Fahrzeug seit 2008 zurückgelegt. In der nächsten Woche wird der VW T5 durch einen Mercedes Vito ersetzt. Fünf Jahre Laufzeit sind vorgeschrieben – sonst bekommt der Kreisverband kein Geld von den Krankenkassen für den Kauf des Fahrzeugs. „Von den vier im Landkreis stationierten Notarztfahrzeugen ist unseres allerdings am meisten unterwegs“, sagt der Frankenberger DRK-Rettungsdienstleiter Christian Neuhaus. Das Einsatzgebiet des Notarztes ist der komplette Altkreis, bei Bedarf aber auch darüber hinaus – wenn beispielsweise in Nachbarregionen der Notarzt nicht verfügbar ist. Außerdem begleitet das Fahrzeug oft Krankentransporte nach Marburg, Kassel oder Bad Berleburg und legt dabei viele Kilometer zurück.

Der Mercedes Vito ist das siebte Fahrzeug des Frankenberger Rettungsdiensts seit 1992. Der Kleintransporter kostet 37000 Euro, weitere 23000 Euro entfallen auf den Ausbau. „Dabei machen wir auch vieles selbst, um die Kosten gering zu halten“, sagt Christian Neuhaus.

5000 Euro kostet das moderne Funksystem, das digital, analog und über Handynetze funken kann. Auf einem Bildschirm bekommt der Fahrer die Route und Informationen zum Einsatz – seit einigen Jahren ist das ein Standard für Notarzt- und Rettungswagen in der Region.

Weil die Kostenträger, also die Krankenkassen, nicht die kompletten Kosten übernehmen, trägt der Kreisverband einen Teil selbst. Ein Wunsch war der Allradantrieb in Verbindung mit einem Automatikgetriebe – Volkswagen hatte lange Lieferzeiten, weshalb der Rettungsdienst auf Mercedes auswich. Der Dieselmotor leistet 163 PS.

Der VW-Bus wird künftig als Ersatzwagen genutzt, wenn der neue Mercedes nicht einsatzbereit ist. Der bisherige Ersatz-Notarztwagen, ein Audi A6 Avant, wird als Dienstfahrzeug genutzt, beispielsweise bei Einsätzen des Rettungsdienstleiters Christian Neuhaus oder seines Stellvertreters Jens Köster.

Der Notarztwagen ist besonderen Belastungen eingesetzt – Einsätze werden fast immer mit Sonderrechten gefahren, bei denen es auf jede Sekunde ankommt – entsprechend schnell sind die Fahrzeuge unterwegs. Das Martinshorn kann über ein Fußpedal betätigt werden, der Fahrer behält die Hände am Lenkrad.

Christian Neuhaus beobachtet eine steigende Zahl an Einsätzen für den Rettungsdienst. „Ich glaube, dass sich die Änderung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes auch auf uns auswirken wird.“ Sprich: Ist der ärztliche Notdienst zentral in Frankenberg angesiedelt, könnten nach Einschätzung von Neuhaus die Einsätze in entferntere Orte im Frankenberger Land zunehmen.

Im nächsten Jahr stehen laut Neuhaus die Anschaffung von drei neuen Rettungswagen an.

Das DRK präsentiert sich anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Kreisverbands am Samstag und Sonntag, 4. und 5. Mai, am Landratsamt in Frankenberg. Dann können Interessierte auch das neue Notarzt-Einsatzfahrzeug unter die Lupe nehmen.

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