Ab 2013 gilt einheitliche Wochenarbeitszeit von 37,5 Stunden bei voller Bezahlung

Viessmann belohnt Mitarbeiter

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Allendorf (Eder) - Mit einem neuen Arbeitszeitmodell will der Allendorfer Heiztechnikhersteller auf den demografischen Wandel reagieren.

Selten dürften sich Angestellte so über Post vom Arbeitgeber gefreut haben wie die Beschäftigten der Allendorfer Viessmann-Gruppe am Wochenende. In einem persönlichen Brief, der WLZ-FZ vorliegt, kündigt der geschäftsführende Gesellschafter Dr. Martin Viessmann die Einführung eines neuen Arbeitszeitmodells ab dem nächsten Jahr an. Ab Januar gilt für den Großteil der Mitarbeiter eine einheitliche Basisarbeitszeit von 37,5 Wochenstunden – bei unveränderten Bezügen. Dies bedeutet, dass die „Viessmänner“ künftig wieder die Arbeitszeit bezahlt bekommen, die sie auch tatsächlich leisten. Für Mitarbeiter, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, soll eine 35-Stunden-Woche
gelten. Auf Anfrage von WLZ-FZ wollte sich der Heiztechnikhersteller mit Verweis auf noch zu klärende Details nicht zum neuen Arbeitszeitmodell äußern.

Seit Mitte der 1990er-Jahre, als sich Betriebsrat und Geschäftsführung auf das viel beachtete „Bündnis für Arbeit“ verständigten, trugen die Mitarbeiter durch Lohnverzicht zur „Standortsicherung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit“ bei. Die Verträge sehen zum Teil drei Stunden Mehrarbeit pro Woche ohne Lohnausgleich vor.

Ab 2013 will sich Viessmann für das Verständnis und die Unterstützung der Mitarbeiter revanchieren. Die geplante Neuregelung sei mit erheblichen Mehrkosten verbunden, schreibt der Unternehmenschef. „Diese betrachten wir aber als Investition in die Attraktivität der Arbeitsplätze und damit in Ihr Engagement für das Unternehmen.“

Mit dem Arbeitszeitmodell will Viessmann auch auf die demografische Entwicklung reagieren. In Absprache soll es zeitlich begrenzt möglich sein, von der 37,5-Stundenwoche „nach oben oder unten abzuweichen. Damit wollen wir Ihnen die Anpassung Ihrer Arbeitszeit an Ihre persönliche Lebenssituation erleichtern.“

Von Rouven Raatz

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