Land Hessen verleiht Dr. Martin Viessmann den Ehrentitel „Professor“

Viessmann: „Ich würde das Unternehmen nie verkaufen“

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Allendorf (Eder) - Zwei Ehrentitel für Martin Viessmann – und ein Versprechen des Unternehmers, das seine tiefe Verbundenheit mit den Menschen in seiner Heimat beweist: Große Wertschätzung und selten gesehene Offenheit prägten die Geburtstagsfeier von Prof. Dr. Martin Viessmann, dem neuen Ehrenbürger der Gemeinde Allendorf.

„Annette, du lachst gerade so nett.“ Mit dem besonderen Dank an seine Familie sorgte Martin Viessmann zu vorgerückter Stunde für den emotionalen Höhepunkt seiner Geburtstagsfeier mit 240 geladenen Gästen am Donnerstagabend im Mitarbeiterrestaurant am Stammsitz in Allendorf. Sie sei eine Frau, „die sich ganz liebevoll um die Familie kümmert“. Die sich in vielfältiger Weise ehrenamtlich engagiere. Und die hinter seinem Engagement stehe. „Ich danke dir von Herzen für die Fürsorge und die Unterstützung.“ Optimistisch schaue er in die Zukunft, „denn die Weichen sind richtig gestellt“. Er wünsche sich, dass seine Kinder eines Tages in seine Fußstapfen treten. „Aber ihr seid in eurer Entscheidung frei“, versprach er seiner Tochter Katharina und seinem Sohn Maximilian. Doch er sei zuversichtlich, dass sein Wunsch in Erfüllung gehe.

Zwischen „Dreierlei von der Battenberger Kartoffel“, „Rosa gebratenem Kalbsrücken“ und „Frankenberger Pudding“ gab Martin Viessmann auch seiner Heimat und seinen Mitarbeitern ein Versprechen. „Der sozialen Verantwortung werden wir uns auch in Zukunft stellen.“ Mit ihm an der Spitze der weltweit agierenden Viessmann-Gruppe. „Ich würde das Unternehmen nie verkaufen“, stellte er klar.

„Wir sind ein tolles Team“

Viessmann sei fest in der Region verwurzelt, „aber besonders im Mittelzentrum Allendorf/Battenberg“. Wie sehr ihm seine Heimat am Herzen liegt, hatten die Geburtstagsgäste zuvor sehen können. Im Namen der Gemeinde verlieh ihm Allendorfs Bürgermeister Claus Junghenn die Ehrenbürgerwürde. Erst einmal zuvor hatte die Gemeinde diese besondere Auszeichnung vergeben: an Martin Viessmanns Vater Hans. „Ich betrachte die Auszeichnung als besondere Wertschätzung.“ Sichtlich gerührt war er auch bei der Würdigung durch das Land. Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann verlieh ihm stellvertretend für die Landesregierung den Ehrentitel „Professor“ – als erst zwölftem Hessen überhaupt seit 2006. Viessmann dankte für die „motivierenden und anerkennenden Worte“. Ministerpräsident Volker Bouffier hatte kurzfristig abgesagt. Die Kanzlerin hatte den stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU zu Sondierungsgesprächen zur Regierungsbildung nach Berlin gebeten.

„Fit und voller Tatendrang“

Der 60. Geburtstag fühle sich durchaus anders an als noch der 50., sagte Viessmann in seiner Dankadresse. „Man denkt an den dritten Lebensabschnitt.“ Aber er fühle sich fit und voller Tatendrang. „Ich empfinde die Arbeit als Verpflichtung und nicht als Belastung.“ Er sehe es als seine Aufgabe an, „das Lebenswerk meines Vaters fortzuführen.“

Mit der Entwicklung des Unternehmens sei er sehr zufrieden. „Aber all dies ist nicht allein mein Verdienst. Wir sind ein tolles Team im Verwaltungsrat“, sagte Viessmann und erwiderte die Wertschätzung, die ihm zuvor Finanzvorstand Joachim Janssen und Technologievorstand Dr. Klaus-Peter Kegel in sehr persönlichen Worten entgegengebracht hatten. Als Führungspersönlichkeit, „der wir alle vertrauen“, bezeichnete Janssen Martin Viessmann. Mit seiner analytischen und systematischen Vorgehensweise verliere er das Ziel, eine langfristige Unternehmensentwicklung, nie aus den Augen. Eine „überragende unternehmerische Leistung“ bescheinigte Kegel. Er skizzierte die Entwicklung des Unternehmens. „Der Chef wird niemals müde, uns zu Spitzenleistungen zu führen.“ Bei einer Geburtstagsfeier mit Führungskräften am Morgen hatten die beiden weiteren Verwaltungsräte Klaus Gantner und Stefan Heer Viessmanns unternehmerische Leistung gewürdigt.

„Ich bin nicht immer einfach“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter. „Ich kann auch unbequem sein.“ Doch entscheidend sei das Ergebnis. „Wir begreifen Veränderungen nicht als Risiko, sondern als Chance. Wir stehen dem Wandel aufgeschlossen gegenüber. Und ich sehe uns auf einem guten Weg.“ Für ihn als Kaufmann habe die Technik immer den höchsten Stellenwert eingenommen. „Ich war stolz, dass wir organisch gewachsen sind.“ Und dass schließlich durch die „Internationalisierung weiter Wachstum generiert“ wurde. Zu akquirieren, also Firmen zu übernehmen, habe lange Zeit nicht seinem Unternehmensverständnis entsprochen. Auch heute sei er noch nicht akquisitionserfahren. Doch das Umdenken sei der entscheidende Schlüssel für das Wachstum und die Zukunftsfähigkeit gewesen. Aus dem Heiztechnikunternehmen ist ein Komplettanbieter aller Energieträger geworden. In diesem Jahr übersteigt der Umsatz erstmals die Schwelle von zwei Milliarden Euro.

Von Rouven Raatz

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