Viessmann kauft Photovoltaik von Schüco – Komplettangebot wird ausgebaut

Allendorf-Eder/Bielefeld. Die Schüco International KG – Hauptsponsor des Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld – gibt ihr Photovoltaik-Systemgeschäft zum 1. Juni auf. Sofern die Kartellbehörden zustimmen, übernimmt die Viessmann Photovoltaik GmbH aus Allendorf die Kundenbetreuung.

In diesem Fall würde die Viessmann Photovoltaik GmbH mit dem Schüco-Produktportfolio ihr Kerngeschäft ergänzen. Das gaben beide Unternehmen am Dienstag bekannt.

Die Schüco International KG ist ein in der Fenster- und Fassadentechnik verwurzeltes Unternehmen. Die Geschäftsführung will sich laut Pressemitteilung künftig „auf die Kernkompetenz in diesem Bereich konzentrieren“.

Die betroffenen Schüco-Mitarbeiter wurden am Dienstagmittag in einer Versammlung informiert. „Für 70 Mitarbeiter des Geschäftsbereiches Neue Energien aus Deutschland wird nach sozialverträglichen Lösungen gesucht“, sagte Schüco-Unternehmenssprecher Thomas Lauritzen der HNA. Möglicherweise könnten diese Mitarbeiter in anderen Unternehmensbereichen eine Beschäftigung finden, vielleicht auch bei Viessmann.

Zu schaffen machte Schüco der allgemeine Preisverfall in der Solarbranche. Im Jahr 2010 hatte die Schüco-Solar-sparte mit rund 650 Mitarbeitern noch einen Umsatz von gut einer Milliarde Euro erzielt und war mit Niederlassungen in 20 Ländern vertreten. Nachdem der Umsatz der Solarsparte immer weiter gesunken war, entschied sich die Geschäftsführung Mitte 2012 zu drastischen Schritten. Man verkleinerte die Solar-sparte drastisch und zog sich schließlich aus der Fertigung von Solar-Dünnschichtmodulen ganz zurück.

Über besonderes Fachwissen verfügt Schüco allerdings im Bereich der Unterbau-Module für Photovoltaik-Anlagen. „Die Firma Viessmann bekommt von uns das Know-how“, sagte Schüco-Sprecher Lauritzen der HNA.

Andreas Engelhardt, Vorsitzender der Schüco-Geschäftsleitung, teilte mit, er sei „sehr froh, mit Viessmann ein renommiertes Familienunternehmen gefunden zu haben, das das Solargeschäft im Sinne von Schüco weiterführt.“

„Wir bedauern sehr, dass wir diesen Unternehmensbereich nicht erfolgreich weiterführen können“, erklärte Engelhardt weiter.

Viessmann wiederum sieht durch die Übernahme Synergieeffekte für sein Komplettangebot im Bereich der Heiz-, Kälte- und Klimasysteme. So könnten Fachhandwerker zum Beispiel künftig nicht nur Wärmepumpen und dazu passende Speichersysteme von Viessmann beziehen, sondern auch die vollständige Systemtechnik für Photovoltaik – vom Modul über Wechselrichter bis zur Unterkonstruktion.

Die Regelungen der Wärmepumpen seien bereits jetzt so ausgelegt, dass sie den Eigenstromverbrauch der Photovoltaikanlagen auf dem Dach optimierten und so den Bezug teuren Netzstroms reduzierten, teilte der Allendorfer Heiztechnik-Hersteller mit.

Viessmann beschäftigt weltweit 11400 Mitarbeiter, der Gruppenumsatz beträgt 2,1 Milliarden Euro. Allein in Allendorf sind 4200 Menschen für Viessmann tätig. (nh/off)

Quelle: HNA

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