Viessmann weiht Biogasanlage ein - Investition von 2,5 Millionen Euro

Drückten bei der Eröffnung der Viessmann-Biogasanlage auf den Knopf: (von links) der Landtagsabgeordnete Heinrich Heidel, Landrat Dr. Reinhard Kubat, Dr. Martin Viessmann, Umweltministerin Silke Lautenschläger, Annette Viessmann, Tochter Katharina Viessmann (halb verdeckt) und Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke. Foto: Hoffmeister

Allendorf-Eder. Eine 2,5 Millionen Euro teure Biogasanlage hat das Allendorfer Heiztechnik-Unternehmen Viessmann am Mittwoch eingeweiht.

Im Gegensatz zu anderen hessischen Biogasanlagen arbeitet die neue Viessmann-Anlage nach dem Prinzip der Trocken-Fermentation. Das bedeutet: Grünabfälle aus der Landwirtschaft und Landschaftspflege werden in luftdicht abgeschlossenen Hallen bei Entzug von Sauerstoff vergoren. Dabei entsteht Methan-Gas.

Über ein Blockheizkraftwerk wird das Methan verbrannt und in jährlich 1,2 Millionen Kilowattstunden Strom sowie 1,5 Millionen Kilowattstunden Wärme umgewandelt. Mit der Wärmeenergie will die Firma Viessmann das eigenen Werkshallen beheizen. Der gewonnene Strom soll in das öffentliche Netz eingespeist werden.

Das Wort Effizienz haben die Planer wörtlich genommen und zusätzlich eine Solaranlage mit 16,12 Kilowattstunden Leistung auf dem Dach des neuen Gebäudes sowie eine Regenwasser-Zisterne mit 20000 Litern Fassungsvermögen installiert. Für die alle vier Wochen erforderliche Reinigung der Fermenter-Kammern wird so kein Trinkwasser benötigt, sondern Regenwasser vom Dach genutzt.

„Das Projekt zeigt, was mit intelligenter Technik möglich ist“, sagte Hessens Umweltministerin Silke Lautenschläger bei einem ihrer letzten öffentlichen Auftritte. Die Landesregierung unterstützt die Biogas-Anlage mit 95 000 Euro. Bestandteil der Förderung ist eine wissenschaftliche Begleitung des Projektes.

Aus 4500 Tonnen Biomasse aus der Region sollen künftig pro Jahr 500 000 Kubikmeter Biogas gewonnen werden.

Firmenchef Dr. Martin Viessmann forderte in seinem Grußwort eine Änderung der Netz-Zugangsverordnung: „Der Wärmemarkt muss für Biogas geöffnet werden“, sagte Viessmann. Auf freiwilliger Basis funktioniert das offenbar bisher nicht: „Wir haben zu viel Biomethan im Netz, aber zu wenig Absatz, um das Erdgas zu verdrängen“, sagte Dr. Hans Friedmann, Vizepräsident des Fachverbandes Biogas. (off)

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Quelle: HNA

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