Nachwuchsgewinnung

Viessmann wirbt für duales Studium

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Dr. Martin Viessmann begrüßte die über 90 erschienenen AFK-Mitglieder und Gäste zum Stammtisch der Wirtschaft bei den Viessmann-Werken. Dabei informierte er besonders zum Thema „Nachhaltigkeit als Schlüssel für die Zukunft“.Foto: pr

Allendorf (Eder) - Demografische Entwicklung, die Verkehrsinfrastruktur und nachhaltige Wirtschaft waren drei der Themen, über die Dr. Martin Viessmann beim Stammtisch des Arbeitskreises der Wirtschaft für Kommunalfragen spracht.

Die Viessmann-Werke hatten in den Stammsitz des Unternehmens eingeladen. Martin Viessmann hob die jüngsten Erfolge der gemeinsamen Bemühungen zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur und der Anbindung der Region an die Fernverkehrswege hervor. Zum einen werde der Ausbau der Sackpfeife als Teil der Achse Erndtebrück - Frankenberg in Angriff genommen. Zum anderen hätten die Ortsumgehungen an der Bundesstraße 252 von Münchhausen nach Cölbe Baureife erreicht (FZ berichtete).

„Der absehbare und bereits spürbare Fachkräftemangel erfordert neue Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung“, betonte Viessmann gegenüber den zahlreichen Gästen. Dabei präsentiere die Wirtschaft durch Intensivierung der betrieblichen Aus- und Weiterbildung sowie der Einführung des dualen Studiums bereits zielführende Antworten. Bei Studium Plus der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) seien mittlerweile 200 Studenten an den Standorten Frankenberg, Bad Wildungen und Bad Hersfeld eingeschrieben - davon allein 84 Mitarbeiter aus dem Hause Viessmann. „Dieses hervorragende Angebot muss von der Wirtschaft noch stärker in Anspruch genommen werden.“ Einen Schwerpunkt legte Viessmann auf das Thema „Nachhaltigkeit als Schlüssel für die Zukunft“. Stichworte waren Ressourcenschonung und der Klimawandel.

Die Politik habe „noch keine praxisgerechten Lösungen entwickelt, geschweige denn auf den Weg gebracht“. Vielmehr würden Fehler gemacht, indem zum einen nur die Stromversorgung in den Fokus genommen, und zum anderen ohne echte Strategie allein auf den Ausbau der erneuerbaren Energien gesetzt wurde.

Die Option der Steigerung der Energieeffizienz sei vernachlässigt worden. Um die mit der Energiewende und dem Klimaschutz verbundenen politischen Ziele erreichen zu können, müsse „sehr schnell der Weg in eine nachhaltige Wirtschaft gefunden werden“, unterstrich Viessmann. „Das heißt, dass wir Wachstum durch intelligente Wertschöpfung erzeugen müssen und eben nicht durch Raubbau an Umwelt und Ressourcen.“ Die benötigten Technologien seien vorhanden, sagte Viessmann. Es fehlten aber die politischen Rahmenbedingungen. So stecke ein Gesetz zur steuerlichen Förderung der energetischen Sanierung privat genutzten Wohneigentums seit fast eineinhalb Jahren im Vermittlungsausschuss fest. „Die Energiewende kann nur durch rasches und entschlossenes Handeln gelingen“, konstatierte Viessmann. Generalbevollmächtigter Manfred Greis stellte gegenüber den Gästen des AFK die Inhalte und den aktuellen Stand bei der Umsetzung des Nachhaltigkeitsprojektes „Effizienz Plus“ vor.

So habe das Unternehmen mit dem Modellprojekt Effizienz Plus an seinem Stammsitz demonstriert, wie sich mit heute marktverfügbarer Technik der Verbrauch an fossiler Energie um zwei Drittel reduzieren lasse, erklärte Greis. Dies schaffte man durch einen Mix aus Effizienzsteigerung (minus 22 Prozent), Substitution fossiler Energie (minus 18 Prozent) und Einsatz von Ökostrom (minus 26 Prozent). Dieses Projekt könne eine Vorbildfunktion für andere Unternehmen sein.

Im Rahmen eines anschließenden Rundgangs durch die Produktion und die Heizzentrale verschafften sich die Gäste des AFK einen Eindruck von der praktischen Umsetzung des Projekts. „Wenn wir die vor uns liegenden Herausforderungen erfolgreich bestehen wollen, dann ist gemeinsames Engagement erforderlich“, sagte Dr. Viessmann. So freute er sich über die hohe Zahl an Gästen aus der Unternehmerschaft der Region. (r)

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