Eröffnung des Bahnhofsumfeldes in Frankenberg

Visitenkarte wird ansehnlich

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Genug Platz für Feste – und auch schick genug dafür: Das Bahnhofsvorfeld erstrahlte zur Eröffnung in neuem Glanze. Nur das Gebäude ist noch im bisherigen Zustand. Ende 2016 sollen aber auch die Arbeiten am geplanten Gesundheits-, Bildungs- und Familienzentrum abgeschlossen sein.

Frankenberg - Er ist ein wichtiger Pfeiler für die Stadtentwicklung Frankenbergs und für die neue Zugstrecke nach Korbach: Der Frankenberger Bahnhof mitsamt seinem Umfeld. Letzteres wurde gestern offiziell fertiggestellt. Das Empfangsgebäude aber wird bis zur Streckeneröffnung im September noch nicht fertig.

Viele Frankenberger wollten am Donnerstagabend „ihren Bahnhof“ in Augenschein nehmen - oder besser: das Bahnhofsumfeld. Noch wirkt das Gebäude in seiner schäbigen Anmut etwas deplatziert in dem frisch sanierten Vorplatz. Und auch, wenn im September die große Strecken-Eröffnung nach Korbach gefeiert werden soll, wird noch kein rund saniertes Empfangsgebäude begrüßen: Die Arbeiten an Bahnhof und Umfeld sind in zwei eigenständige Projekte geteilt, das Gebäude soll im Jahresverlauf 2016 erneuert werden. Bürgermeister Rüdiger Heß hofft auf eine Baugenehmigung für das Gesundheits-, Bildungs- und Familienzentrum noch in diesem Jahr. Und mit einem Abschluss aller Arbeiten Ende 2016.

Gestern galt es, das Geschaffte zu feiern. Und das ist - in reinen Zahlen ausgedrückt - beachtlich (siehe Kasten). „Das ist ein schönes Fleckchen Erde geworden“, sagte ein sichtlich stolzer Bürgermeister Heß. Er erinnerte an die Historie: Von den schwierigen Verhandlungen mit einigen Grundstückseigentümern über das kurze Zeitfenster mit der Chance, das Gebäude zu erstehen bis hin zum Baubeginn wenige Tage nach Unterzeichnung der letzten Verträge.

Gerade einmal ein gutes Jahr hat es gedauert vom Spatenstich bis zu Vollendung des Umfeldes. Nur kleinere Arbeiten stehen noch aus. „Es sind viele hier, die durch ihr Engagement oder durchs Anfassen ihren Anteil am gelingen haben“, sprach er seinen Dank aus. Es gerate schnell in Vergessenheit, wie das Gebiet früher einmal ausgesehen habe. Heute biete es in den Abendstunden eine ansprechende Beleuchtung, zudem Sitz- und Kinderspielmöglichkeiten, Parkplätze, Springbrunnen, Beete und vielerlei mehr. Er hob die Bedeutung des Bahnhofsumfeldes auch aus städtebaulicher Perspektive hervor.

Gleiches tat Wolfgang Rausch, Geschäftsführer des Nordhessischen Verkehrsverbundes. In einer Stadt spiele ein Bahnhof eine besondere Rolle - „und für mich ist das hier der schönste Bahnhof im NVV-Gebiet“, sagte er. Wie auch Eschwege und Melsungen prophezeie er auch dem Frankenberger Bahnhof nach kompletter Fertigstellung viele Preise.

Mathias Samson, Staatssekretär im hessischen Verkehrsministerium, hob die Bedeutung des Tages für die Infrastrukturpolitik des Landes hervor. Der Bahnhof sei „nicht nur funktional, sondern auch ansprechend“ und darüber hinaus ein „Wichtiger Baustein der hessischen Verkehrspolitik“. Ein „Schandfleck“ sei beseitigt worden und habe mit Parkplätzen für E-Mobile einer auf die Zukunft ausgerichteten Anlage Platz gemacht. Ebenfalls auf die Zukunft ausgerichtet sei die Reaktivierung der Bahnstrecke, die Verbindungen ins Ruhr- wie ins Rhein-Main-Gebiet schaffe: „Jeder, der sich mit Verkehrspolitik auskennt, sieht diese Chance“, sagte der Staatssekretär.

Dass er zuerst skeptisch gewesen sei, berichtete Hans-Martin König, Infrastruktur-Leiter der Kurhessenbahn. Dann seien Gleise zurückgebaut, oder verschwenkt worden, mit eigenem Geld wurde der Holz-Umladeplatz saniert, auch ein neues Dach nach altem Vorbild direkt am Bahnhofs-Gebäude soll es noch geben. Heute sei der Bahnhofsplatz so ein wichtiger Bestandteil für die Reaktivierung der Bahnstrecke. Mit einem Info-Stand warb die Kurhessenbahn bereits für die Angebote zum Lückenschluss. Zudem lud Hans-Martin König zum Eröffnungsakt mit Minister Tarek Al-Wazir am 11. September sowie zum Eröffnungswochenende am 12. und 13. September mit modernen wie historischen Fahrzeugen ein. Eines der fabrikneuen Exemplare präsentiere die Bahn vor Ort: „Solche Züge werden hier künftig regelmäßig fahren“, machte König den Gästen den öffentlichen Nahverkehr schmackhaft.

Musikalisch untermalt wurde die Eröffnung durch Vorträge von Regenbogenschule, Burgwaldschule und der Edertalschule. Zudem gab es Sekt, Erfrischungsgetränke und Häppchen für die Besucher. Kinder testeten ausgiebig das eigens angelegte Hochbeet mit Spielgeräten - und plantschten ebenfalls im neuen Springbrunnen.

Zahlen, Daten und Fakten zum Bahnhofsumfeld lesen Sie in der FZ vom Freitag, 12. Juni 2016.

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