Künftig auch tiergestützte Therapie

DRK und Vitos nun Partner

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Tiergestützte Therapie: Hans-Willi Bornscheuer von „Vitos begleitende psychiatrische Dienste“ wird mit den Lamas Kimba und Valerie künftig auch demenzkranke Senioren besuchen.

Frankenberg/Haina. Gemeinsam wollen sie dafür sorgen, dass Menschen mit einer psychischen Erkrankung mehr Anteil am gesellschaftlichen Leben nehmen können. Dafür haben Vitos Haina und der Kreisverband Frankenberg des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) einen Kooperations-Vertrag abgeschlossen.

Die Ziele reichen von einem gastronomischen Betrieb, in dem Menschen mit seelischer Behinderung angestellt sind, bis zur Zusammenarbeit bei der tiergestützten Therapie.

Kurz vor Ostern unterzeichneten die Geschäftsführer Ralf Schulz (Vitos) und Christian Peter (DRK) die Vereinbarung. Gemeinsam wollen sie Inklusion voranbringen. „Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch die Möglichkeit erhält, vollständig und gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen teilzunehmen“, erläuterte Peter.

Konkret seien Beiträge geplant für die selbstbestimmte Teilhabe psychisch behinderter Menschen am öffentlichen Leben in den Bereichen Wohnen, Arbeit und Freizeit vorgesehen, ergänzte Schulz. Das sind die Pläne:

• Integrationsfachbetrieb: Das DRK will in Gemünden einen gastronomischen Betrieb aufbauen, in dem psychisch kranke Bewohner von der Einrichtung Vitos begleitende psychiatrische Dienste Haina (BPD) arbeiten können. Anders als bei betreuten Werkstätten soll sich der Betrieb finanziell tragen. Damit könne man die Vitos-Bewohner in den ersten Arbeitsmarkt integrieren, schildern Peter und Schulz. Am detaillierten Konzept werde noch gearbeitet.

• Barrierefreie Wohnungen für Menschen mit Behinderung sollen geschaffen werden. Das DRK stellt die Wohnungen zur Verfügung. BPD betreut die Bewohner. Solche Wohnungen könnten überall im Frankenberger Land entstehen. Vorgesehen sind einige im geplanten DRK-Betreuungs- und Beratungszentrum für Senioren und Behinderte in der Gemündener Innenstadt.

• Tiergestützte Therapie: Vitos Haina setzt Lamas, Kängurus, Ziegen, Hasen und bald auch Esel in der tiergestützten Therapie ein (HNA berichtete). „Im Zusammensein mit Tieren öffnen sich Menschen leichter“, sagt BPD-Leiter Erwin Huber. Das habe er erst kürzlich wieder erlebt, als psychisch kranke Bewohnerinnen des DRK-Jugendheims Albert Schweitzer in Frankenberg mit den Tieren in Haina in Kontakt waren. Das DRK will in diesem Bereich enger mit Vitos zusammenarbeiten. Vitos solle mit den Tieren auch demenzerkrankte Senioren in den DRK-Altenheimen im Altkreis besuchen.

• Der ambulante Pflegedienst des DRK-Kreisverbandes wird das Betreute Wohnen des BPD unterstützen, indem DRK-Mitarbeiter die ambulante medizinisch-pflegerische Versorgung der Bewohner übernehmen.

Von Martina Biedenbach

Quelle: HNA

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