Volkstanztunier in Reddighausen

Vizetitel für Haubern und Geismar

+
Der Mehrpaarkreis der Hauberner Landjugend kam als Titelverteidiger diesmal auf den zweiten Platz.Fotos: Frank seumer

Hatzfeld-Reddighausen - Die Folkloregruppe Linsengericht ist Doppelsieger beim hessischen Volkstanzturnier der Landjugend. Laisaer und Hauberner Tanzkreise errangen die Vizetitel.

„Landjugend kann man nicht erklären, Landjugend muss man erleben“, lautete das Motto der Geismarer Landjugend zum 45. hessischen Volkstanzturnier. Die älteste Gruppe in Hessen richtete am Samstag nach 2007 zum zweiten Mal die Meisterschaft in der Reddighäuser Festhalle aus. Über 50 Helfer aller Generationen waren im Einsatz. Rund 180 aktive Tänzer aus sieben hessischen Gruppen nahmen in zwölf Tanzkreisen am Turnier teil.

Sie traten in zwei Kategorien an: Vierpaar- und Mehrpaarkreise. Fünf Tanzrichter aus Hessen, Niedersachsen und Berlin achten auf die Haltung, Musikalität, Technik, Raumaufteilung, Tracht, Mimik und Auftreten der Tänzer. Gefragt waren frohe und lachende Gesichter und viel Lockerheit. Punkte gabs auch für den Schwierigkeitsgrad der Kürtänze. Direkt nach jedem Tanz folgte die Wertung mit bis zu 24 Punkten pro Richter.

Am Vormittag waren die Pflichttänze gefragt: „Rühler Springer“ mit jeweils vier Paaren, „Bunte Polka“ mit fünf oder mehr Paaren. Die Tanzrichter sahen gute Leistungen und zogen bereits hohe Noten. Die Tendenz war bereits klar: In beiden Wertungen führten die Tänzer der Folkloregruppe Linsengericht.

Mit jeweils zwei Kürtänzen lieferten alle Tanzkreise am Nachmittag bravouröse Leistungen ab, die vom Publikum mit viel Applaus belohnt wurden. Mit dem „Ammerländer Schottsche“ und der „Göingekadriljen“ erreichte der Vierpaarkreis der Linsengerichter insgesamt 324,5 Punkte. Knapp dahinter platzierte sich die Trachtengruppe Laisa mit 322,5 Punkten. Der reine Mädchentanzkreis der Geismarer Landjugend verbesserte sich mit der „Geestländer Quadrille“ noch auf den dritten Platz. Dahinter folgten die Tanzkreise aus Rosenthal, Jossatal und eine weitere Gruppe aus Laisa.

Auch bei den Mehrpaarkreisen jubelten die Geismarer über einen dritten Platz vor Jossatal, Wollmar und Laisa. Den Sieg machten die Titelverteidiger der Landjugend Haubern und die Folkloregruppe Linsengericht unter sich aus. Letztere bekamen für den „Oogstkoekenkermis“ zwei Mal die Höchstnote 24 und gewannen mit 342,5 Punkten souverän. Die Hauberner kamen auf 331 Punkte. Trotz Wettbewerb präsentierten sich alle Gruppen wie eine „große Familie“. Beim Ausmarsch bildeten sie gegenseitig „Tunnel“ und jubelten über die großartigen Leistungen. Die Moderation übernahm Andreas Plett.

In der Pause unterhielt die Geismarer Kinderlandjugend mit fünf Tänzen. Ob für die „Lange Acht“ oder „Zwei Eimer Wasser holen“, die rund 30 Mädchen und Jungen ernteten tosenden Applaus.

Die Vorsitzender der hessischen Landjugend Kerstin Schmerer gab bei der Siegerehrung das Jahresmotto für 2013 aus: „Landjugend verbindet“. Ob Brauchtum und Moderne, Stadt und Land oder Alt und Jung, die Landjugendgruppen sorgen auch im Frankenberger Land für kulturelles Leben. Die Arbeitskreisleiterin Volkstanz Carolin Hecker widersprach dem Glauben, Volkstanz sei „altbacken“.

Der Staatssekretär im hessischen Umweltministerium Mark Weinmeister erinnerte an die Übergabe der Erntekrone im hessischen Landtag. Der Vizepräsident des hessischen Bauernverbandes und Landtagsabgeordnete Heinrich Heidel bezeichnete die Landjugend als „Perle der Öffentlichkeitsarbeit für den ländlichen Raum“. Der Frankenberger Bürgermeister Rüdiger Heß, gleichzeitig Präsident des deutschen Europeadekomitees, und der Geismarer Ortsvorsteher Klaus-Peter Stein dankten der Geismarer Landjugend für die Ausrichtung. Unter den Gästen waren auch die Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg, Hatzfelds erster Stadtrat Gerhard Kerstein und die Bundesvorsitzende der Landjugend Magdalena Zelder. Zu den Klängen der No-Limit-Band tanzten und feierten Aktive und Gäste bis Mitternacht.

Das nächste Volkstanzturnier findet am 30. November 2013 in Wehrheim/Taunus statt.

Kommentare