Vogel des Jahres 2012: Bestand der Dohle im Landkreis schrumpft

„Kjäk, kjäk“: So ruft die schwarze Dohle. Sie hat grauen Nackenflecken un graue Augen und ist kleiner als die Rabenkrähe. Foto:  Kalden

Waldeck-Frankenberg. Die Dohle, die zum Vogel des Jahres 2012 gekührt wurde, kommt im Landkreis immer seltener vor. Obwohl die Dohle auch heute noch als Brutvogel in Waldeck-Frankenberg beobachtet wird, ist ihr Bestand doch erheblich geschrumpft.

 So wurden 1975 im Kreis noch 76 Brutpaare ermittelt, während es 1989 nur noch 18 waren. 2011 wurden im Kreis 15 bis 17 Brutpaare der Dohle ermittelt.

Die Dohle, der kleine, schwarze Rabenvogel mit dem grauen Nacken, die den bekannten Verhaltensforscher Konrad Lorenz, wegen ihrer Intelligenz und ihres Sozialverhalten stark beeindruckte, wurde vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) und vom Landesverband für Vogelschutz (LBV) zum „Vogel des Jahres 2012“ erkoren. Damit soll auf ihren drastischen Rückgang und die Bedrohung ihrer Lebensgrundlagen aufmerksam gemacht werden, um Hilfsmaßnahmen einzuleiten.

Weil die Dohle, die auch in Märchen und Fabeln ihren Platz fand, gerne in Kirchen brütet, trug ihr das den Spitznamen „Pastors schwarze Taube“ ein. Sie gilt als sehr intelligent. Experimente zeigten, dass die Vögel sogar bis sieben zählen können.

Die Dohle ist ein Koloniebrüter und schätzt für ihre Bruten vor allem Kirchen und Burgen. Aber auch sonstige Gebäude, Felsnischen und Baumhöhlen werden angenommen. Ältere Bewohner im Landkreis erinnern sich noch gut an die Dohlen, die ehemals an der Liebfrauenkirche in Frankenberg und in einer Felswand östlich von Frankenberg brüteten. Diese ist heute noch als Dohlenfelsen bekannt.

Auch in Bad Wildungen erlosch 1976 die Dohlenkolonie an der Stadtkirche, wo 1953 noch 15 Paare brüteten. Um 1965 gab es in Korbach noch mehr als 100 Brutpaare.

Von Gerhard Kalden

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Quelle: HNA

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