Hinweise auf Krankheitserreger

Wie kam das Vogelgrippe-Virus nach Gemünden?

Gemünden/Frankfurt. Dass ausschließlich Zugvögel für das Auftreten des niedrig ansteckenden Vogelgrippe-Virus H5N2 in Gemünden infrage kommen, will Dr. Matthias Werner von der staatlichen Vogelschutzwarte Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland nicht bestätigen.

Die Einrichtung in Frankfurt beprobt in der Edersee-Region tote Wildvögel und den Kot lebender Tiere, um Hinweise auf mögliche Krankheitserreger zu finden. „Wir machen das in ganz Hessen und haben bei einigen Tieren auch schon den Erreger H5N2 feststellen können. Allerdings noch nicht bei Wildvögeln, die sich am und um den Edersee herum aufhalten“, sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter. Und aktuell habe man dort auch keinen toten, infizierten Wildvogel gefunden.

Der Vogelexperte sieht zwei weitere Möglichkeiten, wie der Erreger nach Gemünden gekommen sein könnte. „Es ist nicht auszuschließen, dass er schon da war.“ Werner betont, dass beispielsweise am Flughafen in Frankfurt versucht werde, jedes Jahr große Mengen an Geflügel und Geflügelfleisch illegal und ohne Kontrollen einzuführen. „Das gelingt mal besser, mal schlecheter. Aber es kommt vor“, sagt er. Die Mengen kämen oft aus asiatischen Ländern und könnten bereits mit dem Vogelgrippe-Virus infiziert worden sein.

Eine weitere Möglichkeit sei eine falsche oder nachlässig vorgenommene Futtermittelproduktion. „Wenn beipielsweise Schlachtabfälle ins Futter geraten, kann das Virus über dieses möglicherweise schon verunreinigten Gemisch bei der Fütterung auf die gehaltenen Geflügelarten übertragen werden“, erklärt der wissenschaftliche Mitarbeiter.

Während Gänse und Enten den Erreger über längere Zeitspannen ins sich tragen könnten, ohne dass sie daran sterben, seien Hühner nicht so belastbar. „Die fallen in aller Regel kurz nach der Infektion tot um“, sagt Werner.

Von Philipp Daum

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Quelle: HNA

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