Frankenberg

Volksbank trotzt der Wirtschaftskrise

- Frankenberg. „Wachstum ist wichtig. Wir müssen aber das blinde Wachstum bremsen.“ Diese Lehre sollte aus der Wirtschaftskrise gezogen werden, sagte Vorstandssprecher Dr. Peter Hanker während der Mitgliederversammlung der Volksbank am Dienstagabend in der Ederberglandhalle.

Mit dem im Geschäftsjahr 2009 erreichten Ergebnis von 45,2 Millionen Euro seien Vorstand und Aufsichtsrat sehr zufrieden. „Ich freue mich, Ihnen gute Zahlen präsentieren zu können“, sagte Hanker zu Beginn seines Rechenschaftsberichtes. Die Bilanzsumme war leicht rückläufig, berichtete er. Sie belief sich zum 31. Dezember auf 5,65 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es 5,7 Milliarden Euro. Wachstumsraten im Kreditgeschäft und bei den Einlagen würden allerdings Zeugnis geben von einer stabilen und starken Volksbank.

Bei den Ausleihungen seien vor allem gewerbliche Finanzierungen und private Baufinanzierungen die Wachstumsträger gewesen. 55,3 Prozent des Kreditvolumens entfiel auf Firmen- und Gewerbekunden, 44,7 Prozent auf Privatkunden. Ein Plus verzeichnete die Volksbank auch bei den Einlagen: „Gefragt war vor allem kurzfristiges Geld“, sagte Hanker und verwies auf die von 1,14 auf 1,48 Milliarden Euro gestiegenen Spareinlagen. „In Krisenzeiten erinnern sich viele, dass zwei Prozent Zinsen bei der Volksbank wertvoller sind als drei Prozent in Island.“ Mit einem Eigenkapital in Höhe von 428 Millionen Euro sei die Volksbank als auf die Bilanzsumme bezogen drittgrößte Volksbank Deutschlands überdurchschnittlich ausgestattet.

Vom guten Geschäftsergebnis 2009 sollen auch die 173 890 Eigentümer der Bank profitieren. Hanker kündigte an, der Vertreterversammlung am 29. April vorzuschlagen, eine Dividende in Höhe von sieben Prozent an die Mitglieder auszuzahlen.

Positive Zahlen berichtete der Frankenberger Filialbereichsleiter Helmut Nemitz. Die 28 Mitarbeiter betreuten 14 453 Kunden. Krediten in Höhe von 145 Millionen Euro standen Einlagen von 174 Millionen Euro gegenüber. Mit diesen Werten war auch Bankvorstand Hanker zufrieden. „Danke an die Mannschaft. Ihr macht die Volksbank stark, ihr seid echt super“, rief er dem Team zu. Mit silbernen Ehrennadeln des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes zeichneten Nemitz und Hanker drei Mitglieder aus, die der Volksbank seit 50 Jahren die Treue halten: Günter Johann Klimasch­ka, Franz Kreis (beide Ernsthausen) sowie Franz Wocadlo (Frankenberg).

Zahlen und Fakten:

Nach 5,7 Milliarden Euro im Jahr 2008 weist die Volksbank Mittelhessen für 2009 eine Bilanzsumme von 5,65 Milliarden Euro aus. Das Gesamtergebnis beträgt 45,2 Millionen Euro. An Eigenkapital verfügt die Volksbank nach 393 nun über 428 Millionen Euro. Die Gesamtausleihungen beliefen sich auf 3,46 Milliarden Euro, 100 Millionen Euro mehr als vor Jahresfrist. Neue Kredite vergab die Bank in Höhe von 600 Millionen Euro. Rückläufig war das Kontokorrentgeschäft: von 203 auf 142 Millionen Euro. Die Einlagen wurden um etwa ein Prozent auf 4,67 Milliarden Euro gesteigert. Während das Volumen der Spareinlagen von 1,14 auf 1,48 Milliarden Euro stieg, wurde bei den Sichteinlagen sogar ein Anstieg von 1,64 auf 2,42 Milliarden Euro verzeichnet. Das gute Ergebnis des Deutschen Aktien-Index im Jahr 2009 spiegelt sich auch im Volumen der Kundendepots wider: Es stieg von 658 auf 844 Millionen Euro. Gewachsen sind zudem die Bestände bei den Verbundunternehmen: 634 Millionen Euro bei Union Investment, 324 Millionen Euro bei der R+V-Versicherung und 458 Millionen Euro an Darlehen und Guthaben bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall.

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