Gedenken der Opfer der Kriege

Volkstrauertag in Frankenberg

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Oberstleutnant Elmar Henschen, Bürgermeister Rüdiger Heß, Volksbund-Kreisgeschäftsführer Rainer Schellenberg und Landrat Reinhard Kubat (von links) erweisen den Gefallenen der beiden Weltkriege ihre Ehre.Fotos: Malte Glotz

Frankenberg - Der Volkstrauertag ist ein Tag des Trauerns und des Gedenkens. Doch Pfarrer Christoph Holland-Letz und Landrat Reinhard Kubat schafften es bei der zentralen Gedenkfeier auf dem Frankenberger Friedhof, in der Dunkelheit der Geschichte einen Funken der Hoffnung aufzuzeigen.

. Den Millionen Toten der beiden Weltkriege, den Opfern von Hass, Gewalt und falsch verstandenem Nationalstolz ein würdigendes Andenken bewahren, das ist der Sinn des Volkstrauertags. Bei der zentralen Veranstaltung des Kreises auf dem Frankenberger Friedhof zeigten Pfarrer Christoph Holland-Letz und Landrat Reinhard Kubat aber auch, dass die Millionen Leben nicht völlig umsonst verschwendet worden sein müssen - dass in ihrem Leid und ihrem Tod ein Funken der Hoffnung für Deutschland und für Europa steckt. Dafür aber müsse das Gedenken lebendig gehalten werden, beschworen beide die gut hundert Anwesenden aus Gesellschaft, Verbänden, Vereinen, Politik und Bundeswehr.

„Ich bin überzeugt, das Gedenken stützt die Motivation, sich für den Frieden einzusetzen“, sagte der Pfarrer der Liebfrauenkirche. Das gelte auch für die inzwischen dritte Generation, die ohne Krieg in Europa aufwächst. Das sei ein Grund zur Dankbarkeit, sagte Reinhard Kubat. Der Landrat mahnte aber auch, es entstünde der Eindruck, das sei schon immer so. „Die Gewissheit, dass die Millionen Opfer Voraussetzung dafür waren, der Vernunft in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen, verblasst langsam“, beklagte Kubat. Noch immer gebe es Krieg, Hass, Intoleranz, Terrorismus - „direkt vor unserer Haustür“. Er habe die Hoffnung, dass „die Zahl der Besonnenen“ stetig größer wird. Dafür gelte es, den Volkstrauertag zu bewahren: „Die Opfer haben ein Anrecht darauf.“

Holland-Letz sagte in der vom Posaunenchor der Liebfrauenkirche und der Frankenberger Liedertafel getragenen Veranstaltung, dass die Wunden des Krieges langsam zuwüchsen. „Es wurde seit 1945 viel Friede in Deutschland und Europa geschaffen“. Geschichte, erklärte er, wiederhole sich nicht einfach - doch: „Das Böse kennt unsere Schwachstellen“.

Reinhard Kubat erinnerte auch an die Soldaten, die seit dem Zweiten Weltkrieg im Kampfeinsatz verstarben - oftmals außerhalb Europas. Er sagte, auf dem Kontinent seien „die Feine von einst in Friede und Freundschaft vereint“ - diesen Prozess gelte es in die Krisenregionen der Welt zu tragen.

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