Volkstrauertag: Gedenken an Opfer in Paris und auf der ganzen Welt

Kranzniederlegung unter dem Hochkreuz des Friedhofs: (von links) Pater Norbert, Stefan Burkhard (stellvertretender Kommandeur der Burgwaldkaserne), Landrat Dr. Reinhard Kubat, Bürgermeister Rüdiger Heß, Volksbundgeschäftsführer Rainer Schellenberg und Pfarrerin Felicita Wickert. Fotos: mjx

Frankenberg. Die blutigen Terroranschläge von Paris waren dominierendes Thema bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Frankenberg.

Den Opfern der Anschläge von Freitag in der französischen Hauptstadt galten die Gedanken: Rund 100 Menschen auf dem Friedhof erinnerten am Sonntag an die Opfer von Krieg und Gewalt sowie von Diktatur, Flucht und Vertreibung - und auch an die Toten von Paris.

Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkfeier von der Liedertafel Frankenberg/Schreufa unter der Leitung von Willi Hof und vom Posaunenchor (Foto) unter Leitung von Beate Kötter.

„Diese Art des Terrors und des Krieges macht uns Angst. Was ist nur los in unserer Welt“, sagte die evangelische Pfarrerin Felicita Wickert. „Wir sehen mit Abscheu auf die Terroranschläge in Frankreich“, predigte der katholische Pater Norbert. Niemand dürfe Gewalt gebrauchen, um seine Ziele zu erreichen. Von einem „feigen Anschlagund perfiden Massenmord“ sprach Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß: „Das hat mit Glauben nichts zu tun.“ Der Bürgermeister und die beiden Geistlichen setzten damit ein deutliches Zeichen der Anteilnahme. „Auch wir in Frankenberg gedenken der Toten und Verletzten von Paris und senden an die Angehörigen unser tief empfundenes Beileid“, sagte Heß.

Am Volkstrauertag sei es gut, sich an die Opfer der großen Kriege des vergangenen Jahrhunderts zu erinnern, predigte Pfarrerin Felicita Wickert. Es sei aber auch wichtig, an die Soldaten zu denken, die irgendwo auf der Welt ihren Dienst im Zuge der internationalen Verpflichtungen für unser Land tun, beispielsweise in Afghanistan, vor der Küste von Somalia und im Kosovo. „Die Bundeswehr ist zur Einsatzarmee geworden“, sagte die Pfarrerin: Zurzeit seien 2768 deutsche Soldaten der Bundeswehr gemeinsam mit den Kräften der Bündnispartner im Auslandseinsatz. „Nicht alle Soldaten kommen unversehrt zurück.“ Seit 1992 seien 104 Bundeswehrangehörige bei Einsätzen im Ausland gestorben. Viele andere würden an den Folgen des Krieges leiden, und darunter auch deren Familien: „Der Krieg hat nach wie vor das Gesicht des Todes und des Leides.“ Überall auf der Welt wucherten Krieg und Tod wie ein Krebsgeschwür.

Nicht mehr wegschauen 

„Im Jahr 2015 sind wir mit dem Volkstrauertag in der Realität angekommen“, machte Bürgermeister Heß deutlich. Nicht nur durch den Terror des Islamischen Staates. Auch in Frankenberg müsse der Realität ins Auge geschaut werden: Mit den vielen Flüchtlingen unter anderem aus Syrien seien wir alle aufgefordert, sich mit den Folgen der Kriege in der Welt auseinanderzusetzen. „Viel zu lange schon hat die Weltstaatengemeinschaft beim IS-Terror weggeschaut.“ Deshalb müsse man am Volkstrauertag den Blick auch auf die Kriegsflüchtlinge richten, „die dem Tod nur knapp entkommen sind“. (mjx)

Mehr zu den Anschlägen in Frankreich lesen Sie hier.

Quelle: HNA

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