Frankenberg

Volksverhetzung: Mann verurteilt

- Frankenberg (jos). Anfang des Jahres war das Verfahren gegen den 50-jährigen Allendorfer noch vorläufig eingestellt worden. Weil er seitdem wieder heftige Bedrohungen ausgesprochen hat, stand er am Montag erneut vor Gericht.

„Sie haben die Untersuchungshaft geschmeckt, sie hatten die Hauptverhandlung – und Sie haben wieder Menschen bedroht“, sagte Richterin Andrea Hülshorst und verurteilte den Angeklagten zu einer dreimonatigen Freiheitsstrafe. Die Strafe wurde zur Bewährung verhängt, die Bewährungsdauer beträgt drei Jahre. Zu den Auflagen zählt, dass der arbeitslose Erzieher eine Suchtberatungsstelle aufsuchen muss mit dem Ziel, sich einer stationären Therapie zu unterziehen. Übermäßiger Alkoholkonsum spielte in allen drei Anklagepunkten eine Rolle.

Was war passiert? Am Abend des 10. Juli 2010, nachdem die Fußballnationalmannschaft das WM-Spiel gegen Uruguay gewonnen hat, feiern die drei Töchter einer pakistanischen Familie genau wie viele andere Menschen in Allendorf den Sieg des deutschen Teams. Ausgelassen toben und jubeln sie auf der Straße und im Hof. Bis der 50-jährige Nachbar gegen 22.50 Uhr nach draußen kommt und die Kinder so laut anschreit, dass es mehrere Anwohner hören können. Als „Kanaken“ und „Scheiß Ausländer“ soll der Mann die Mädchen laut Anklage beschimpft haben. Außerdem soll er gesagt haben, sie alle seien Terroristen. Zum Schluss habe der Angeklagte die Familie bedroht: „Ihr seid alle tot“, soll der Mann gerufen haben.

Nachdem der arbeitslose Erzieher von der Anklage erfahren hat, geht er im Dezember erneut zu der pakistanischen Familie, bedroht diese wiederum. „Du hast mich angezeigt. Du wirst den Krieg nicht gewinnen, du bist tot“, soll der Angeklagte zu dem Vater der Familie gesagt haben. Daraufhin ergeht Haftbefehl gegen den Mann, nach einigen Tagen kommt er allerdings wieder frei.

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