Bottendorf

„Von großer Herzlichkeit geprägt“

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- Burgwald-Bottendorf/Willersdorf (apa). In den vergangenen zwei Jahren hat Hubertus Spill festgestellt, dass er die richtige Wahl getroffen hat, als er sich entschied, Pfarrer zu werden: „Es ist ein wunderbarer Beruf mit vielen schönen Seiten, aber auch mit Herausforderungen.“

Als Hubertus Spill vor zwei Jahren zum ersten Mal nach Bottendorf kam, war nicht nur bei Rosenthal die Straße gesperrt. Er musste mehreren Umleitungen folgen und brauchte von Bad Hersfeld nach Bottendorf länger als zuvor von München nach Hersfeld. Ihm kamen leise Zweifel. Doch dann dachte er an den Titel eines Kirchenliedes: „Vertraut den neuen Wegen“. Sein Vertrauen wurde nicht enttäuscht: Spill hat sich in Bottendorf und Willersdorf sehr wohl gefühlt. Seit September 2009 hat Hubertus Spill mit Frau und Tochter in Bottendorf gelebt.

Spill hat dort als Vikar die praktisch-theologische Ausbildung begonnen und verschiedene Seiten des Lebens als Pfarrer kennengelernt und erprobt. Dass er sich im Frankenberger Land gleich wohlfühlte, hat er vor allem den Menschen in den beiden Dörfern der Kirchengemeinde zu verdanken, sagt der 31-Jährige rück­blickend. Das gelte auch für seine Familie. Seine Tochter habe sich schnell wohlgefühlt im Kindergarten, „und sie hat die Sprache angenommen“, scherzt Spill: „Sie sagt nicht ‚der Bach‘, sondern ‚die Bach‘“. Auch er selbst habe versucht, ein wenig „Buddenderfer Platt“ zu lernen.

Sein Verhältnis zu seinem Mentor, Pfarrer Reinhold Schott, sei von Anfang an sehr gut gewesen. Kein Wunder: Sie haben einige Gemeinsamkeiten. Beide haben in Bayern studiert, beide stammen aus der Nähe von Bad Hersfeld. Im Lauf der vergangenen Monate sei zwischen ihm und Schott eine Freundschaft gewachsen, die weiterhin Bestand haben werde. „Dafür bin ich sehr dankbar“, betont Hubertus Spill. Aber auch die Bottendorfer und Willersdorfer hätten ihn freundlich aufgenommen. Die Kontakte zu den Vereinen im Dorf seien „von großer Herzlichkeit geprägt“, freut sich Spill. „So war ich oft am Puls der Gemeinde“, sagt der angehende Pfarrer. „Die Besonderheit in Bottendorf und Willersdorf ist, dass die Menschen so engagiert sind. Das macht es einfach.“ Besonders die Musik spiele dabei eine große Rolle, betont Spill. In verschiedenen Musikgruppen hat er mitgewirkt: Im evangelischen Posaunenchor spielte er Trompete, außerdem sang er im Männergesangverein und in den Kirchenchören der Kirchengemeinde. Alle gestalteten auch seinen Abschiedsgottesdienst mit.

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