Vortrag über Heimatvertriebene aus Ungarn: Sie kamen in Viehwaggons

Vortrag über Vertriebene: (von links) Vorsitzender Matthias Seim, Dr. Theresia Jacobi und Marie-Luise Dersch-Kaiser.

Laisa. Einen Vortrag über die Ansiedlung der heimatvertriebenen Ungarndeutschen aus Perbal in den Gemeinden des Oberen Edertals hielt Dr. Theresia Jacobi, Europäische Ethnologin aus Marburg, auf Einladung des Geschichtsvereins Battenberg.

Die Veranstaltung im DGH Laisa fand großes Interesse: 120 Besucher zählten die Veranstalter.

Jacobi beleuchtete zuerst die geschichtliche Ausgangssituation nach dem Potsdamer Abkommen von 1945, als die Alliierten die Aufteilung der Welt in Ost und West und die Umsiedlung von rund sechs Millionen Menschen aus den ethisch gemischten Regionen Ost- und Südeuropas beschlossen.

Die Aussiedlungskommissionen kam ins Dorf und erstellten die Listen: „Wer die deutsche Sprache und Kultur unterstützte oder in der Armee diente, war sofort dabei“, sagte Jacobi. Nach der Kundmachung verließen Anfang April 1946 drei Transporte den Ort Perbal nach Bruchsal in Baden, in den Kreis Frankenberg und nach Aalen - 1047 Menschen kamen ins Frankenberger Land.

Die Vertriebenen wurden auf zehn Ortschaften im Altkreis Frankenberg aufgeteilt. „Die Bürgermeister hatten für Transport und Unterkunft zu sorgen“, führte Jacobi aus. Als „Zigeuner“ tituliert, kamen die Menschen nach zehn Tagen Transport in Viehwaggons an - in ihren stolzen, verknitterten Trachten, mit einer anderen Sprache, anderen Essgewohnheiten, Sitten und Gebräuchen und katholischem Glauben. (hr)

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Quelle: HNA

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