Vorübergehend geschlossen: Meldeämter bekommen neue Software

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Passanträge: Auch diese Dienstleistung bieten die Einwohnermeldeämter an. Wegen der Softwareumstellung an diesem Wochenende, 17. bis 19. April, kommt es dabei aber zu Einschränkungen für die Bürger.

Waldeck-Frankenberg. In 390 Kommunalverwaltungen in Hessen wird eine neue Software für die Einwohnermeldeämter installiert. Von heute bis Sonntag sind 108 Städte und Gemeinden in Nordhessen an der Reihe, darunter 18 aus Waldeck-Frankenberg. Das sind alle im Landkreis außer Burgwald, Haina, Hatzfeld und Waldeck.

Für das IT-Dienstleistungsunternehmen ekom21 ist es das größte Projekt seit Jahrzehnten, sagt Unternehmenssprecher Stefan Thomas. Seit 2003 wurde in den Verwaltungen mit „Pamela“ gearbeitet, sagt Thomas. Doch dieses Programm „war in die Jahre gekommen“. Deshalb hat ekom21 mit dem Partner HSH Soft- und Hardware Vertriebs GmbH eine neue Software entwickelt.

Vier Jahre hat dieser Prozess gedauert. Über die neue Benutzeroberfläche und die Bedienung hatten auch Städte und Gemeinden mitentschieden. Sie waren über Fachbeiräte an der Entwicklung beteiligt.

In 111 Rathäusern in Hessen läuft „emeld21“, so der Name des neuen Programms, bereits. „Und es gab bislang keine größeren Pannen oder Ausfälle“, sagt Thomas. Ab heute wird in Nordhessen umgestellt. Die Einwohnermeldeämter sind deshalb heute und morgen geschlossen. Für die Bürger wird sich durch die Neuerung danach nichts ändern. Bis heute Abend läuft das alte System noch, am Samstagmorgen wird per Fernsteuerung mit dem Überspielen der Datensätze in das neue Programm begonnen. Ab Montagmorgen ist „emeld21“ dann überall im Einsatz.

Für die Kommunen kostet die Umstellung nichts. Jede Stadt oder Gemeinde musste aber für die jeweils zweitägigen Schulungen der Mitarbeiter aufkommen. Wie viel in die Entwicklung der neuen Software investiert wurde, dazu möchte sich ekom21 nicht äußern. Nicht verändert habe sich der Preis für die Nutzung. Je nach Einwohnerzahl werden Gebühren berechnet.

Burgwald, Haina, Hatzfeld und Waldeck nutzen nach Auskunft des Hainaer Bürgermeisters Rudolf Backhaus nicht die Angebote des IT-Dienstleistungsunternehmens ekom21 (ehemals kommunales Gebietsrechenzentrum), sondern haben eigene Software-Lösungen. „Haina hat zum Beispiel 2001 eine eigene Lösung aufgebaut, weil dies kostengünstiger ist“, schildert Backhaus.

Seit zirka einem Jahr arbeitet Haina mit den Kommunen Burgwald, Hatzfeld und Battenberg im EDV-Bereich zusammen. „Wir haben ein eigenes kleines Rechenzentrum gegründet. Statt dass in jedem Rathaus ein eigener Server steht, wird die EDV dieser vier Kommunen von zentraler Stelle aus betreut.“ Battenberg sei mit dabei, hänge im Bereich Einwohnermeldeamt jedoch noch an der EDV von ekom21. Deshalb gehört Battenberg zu den 18 Kommunen im Landkreis, die ab heute die neue Software erhalten.

Die Stadt Waldeck werde sich in den kommenden Monaten an das Kleinrechenzentrum der anderen vier Kommunen anschließen, erläuterte der Hainaer Bürgermeister. (red)

Quelle: HNA

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