Tiere reagieren in der Paarungszeit auf die Pflanze

Vorzeigeprojekt im Kellerwald: 21 Wildkatzen mit Baldrian nachgewiesen

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Ein scheues Geschöpf: Eine Forschungsstudie hat jetzt 21 verschiedene Wildkatzen im Nationalpark Kellerwald-Edersee sicher nachgewiesen. Unser Bild zeigt eine Wildkatze, die in einem Wald ihr Auswilderungsgehege erkundet.

Louisendorf. 21 verschiedene Wildkatzen, zwölf Kater und neun Kätzinnen, haben ihre Heimat gefunden im Nationalpark Kellerwald-Edersee. Das hat eine Forschungsstudie zum Nachweis der Wildkatze über die letzten zehn Jahre ergeben.

Dass es Wildkatzen in der Kellerwald-Region gibt, ist sicher bekannt seit dem Winter 2006/2007. Damals wurde mit der sogenannten Lockstock-Methode ein erster Wildkatzennachweis erbracht. Achim Frede ist stolz auf das Wildkatzen-Monitoring: „21 Katzen sind seit 2006 mit dieser Methode nachgewiesen worden“, berichtet der Forschungsleiter im Nationalparkamt. Nach gut zehn Jahren sei man dank der Fortschritte bei der DNA-Analyse auch den Wildkatzen immer besser auf der Spur.

„Mit den Jahren ist die Analyse feiner geworden. Jetzt reicht ein Einzelhaar mit Haarwurzel, um ein bestimmtes Tier exakt zu bestimmen“, sagte Frede beim Ortstermin am Montag im Forstrevier Louisendorf.

Dort erläuterte Jürgen Bachmann auch, was hinter der Lockstock-Methode steckt. Im Boden versenkt werden an nicht zu feuchten Stellen mit Baldrian getränkte Stöcke, die an den oberen Enden aufgeraut und mit Kerben versehen werden. „Das sind ganz normale Dachlatten“, berichtet der Leiter der Revierförsterei Louisendorf.

Die Wildkatzen reagieren in der Paarungszeit zwischen November und März ganz stark auf Baldrian. „Die sind ganz scharf auf Baldrian“, sagt Frede. Wenn sich die Tiere an den Stöcken reiben, verlieren sie regelmäßig Haare, die von den Forschern gesammelt werden. Untersucht werden die Proben später im Forschungsinstitut Senckenberg.

Neben den feineren Untersuchungmethoden hat auch die Kooperation mit dem Forstamt Frankenberg, wo im Revier Louisendorf ebenfalls der Wildkatzenbestand untersucht wird, mehr Aufschlüsse über die Verbreitung und die Wanderwege des scheuen Tieres gebracht.

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Quelle: HNA

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