Zwei neue Ausstellungen im Heimatmuseum: Auch alte Berufe sind zu sehen

Wäsche aus Omas Zeiten

Die Besucher können kommen: Johanna Koch (links) und Elke Weisheit präsentieren das neue Thema „Hochzeit, Aussteuer, Kindbett und Körperpflege“ im Heimatmuseum Battenfeld. Fotos: Arnold

Battenfeld. Zwei neue Ausstellungen sind im Battenfelder Heimatmuseum zu sehen: Neben „alten Berufen“ gibt es nun auch zahlreiche Exponate zum Thema Hochzeit, Aussteuer, Kindbett und Körperpflege.

„Ist das Werk auch gut gelungen, verträgt es doch noch Änderungen.“ Diese Redewendung trifft auf die „Macher“ des Battenfelder Heimatmuseums „Alte Schule“, Johanna und Wilfried Koch, zu. Seit der Fertigstellung des Museums sind schon über 3000 Besucher gekommen. Doch die Initiatoren geben sich mit dem Erreichten nicht zufrieden. Die Eheleute Koch haben zwei neue Ausstellungen initiiert.

Als in den angrenzenden Wirtschaftsgebäuden des Museums ein Raum frei wurde, hat Wilfried Koch dort die Dauerausstellung „Alte Berufe in Battenfeld“ eingerichtet. Dort werden die Arbeitsstellen vom Flickschuster, Stellmacher, Wald- und Gemeindearbeiter und das Umfeld auf einem Bauernhof bis hin zur Waschküche nachgestellt. Fotos und Schriftstücke runden das Ensemble ab. Der Battenfelder Kuckuck hat bei den Waldarbeitern einen Ehrenplatz gefunden.

„Museumschefin“ Johanna Koch hatte die Idee, aus dem Fundus der von Battenfelder Familien gestifteten Exponate eine Ausstellung zu den Themen „Hochzeit, Aussteuer, Kindbett und Körperpflege“ einzurichten. Dabei wurde sie von Elke Weisheit und Elke Marburger unterstützt.

Brautkleid aus 50er-Jahren

Eine leere Bühne stand zu Verfügung. Dort sollte alles hin. Aussteuer wie zu Omas Zeiten, ein passender Schrank, Waschtisch, Nachtschränkchen, Nachttöpfchen, Fotos, Urkunden: Da der Raum unter der Dachschräge nicht viel zuließ, brauchte die „Kreativabteilung“ gute Ideen. An den geöffneten Türen des Wäscheschrankes fand ein Brautkleid aus den 50er-Jahren seinen Platz, auf einem geöffneten alten Koffer sind eine Auswahl von Brautkränzen und ein Trauschein aus dem Jahre 1885 zu sehen, aber auch andere Gegenstände, die zu einer Hochzeit gehörten. Der Waschtisch wurde bestückt mit Utensilien, die aus der Zeit stammen, als es noch keine Wasserleitung in Battenfeld gab.

Kinder in der Vorkriegszeit

Ein weiterer Teil der Ausstellung ist dem Thema „Kinder in der Vorkriegszeit“ gewidmet. Dazu gehören ein Kinderbettchen, eine Puppe im Taufkleid und eine Kinderbadewanne aus Zink. Ein weiterer Koffer ist bestückt mit Wickelschnüren, selbst genähten Hemdchen, Mützchen und Lätzchen sowie mit einem Taufschein aus dem Jahr 1890.

Ein besonderes Stück dürfte auch eine Wochenbettpackung sein, die eine junge Mutter damals als Geschenk der Krankenkasse erhielt.

Von Willi Arnold

Quelle: HNA

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