Waffenlager im Haus: Bewährungsstrafe für 58-Jährigen

Korbach. Wegen Verstoßes gegen Waffengesetz und Kriegswaffenkontrollgesetz hat das Gericht einen 58-Jährigen verurteilt. Er hatte Waffen und Munition an einen Waldecker verkauft.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling folgte mit diesem Urteil dem Vorschlag der Staatsanwältin. Gewürdigt wurde mit diesem recht milden Strafmaß, dass der Angeklagte sich geständig gezeigt und über Waffen-Lieferanten (etwa aus der britischen Armee) Auskunft gegenüber dem Bundeskriminalamt (BKA) gegeben hatte. Positiv wirkte sich für ihn auch die Tatsache aus, dass er bis dahin noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten war.

In der Verhandlung räumte der arbeitslose Elektro-Anlagen-Installateur ein, dass er zwischen Januar 2011 und Ende 2012 viele Waffen, Waffenzubehör und Munition besessen hat. Nicht nur das: Einen Teil davon hatte der Westfale für einen Waldeck-Frankenberger gefertigt und an ihn veräußert. Und das, obwohl er wusste, dass der Hesse über die erforderlichen Erlaubnisse nach dem Waffen- beziehungsweise Kriegswaffenkontrollgesetz gar nicht verfügte. Es ging dabei auch um ein Sturmgewehr M 16, das unter anderem von den US-Streitkräften eingesetzt wird, und für das der Westfale dem Hessen noch einen Schalldämpfer gefertigt hatte.

„Mit Waffen habe ich schon ewig zu tun“, sagte der langjährige Sportschütze. Sein Mandant sei damals in die Waffen-Szene hineingerutscht, erklärte dessen Anwalt. Heute aber habe sich der Angeklagte von dem Milieu und den Kontakten zu Waffen-Freunden „vollständig gelöst“. Denn sein Mandant habe gemerkt, dass er irgendwann eine Grenze überschritten habe, betonte der Anwalt.

Gesondertes Verfahren folgt 

Der 50-jährige Waldecker, für den der Westfale die Waffen repariert und gefertigt und an den er sie verkauft hatte, sagte in der Verhandlung am Donnerstag als Zeuge aus. Auch er räumte die Taten ein. Gegen den 50-jährigen Schlosser läuft ein gesondertes Verfahren, das noch vor dem Kasseler Landgericht verhandelt wird. Dabei soll es um den Verdacht des Verstoßes gegen das Waffengesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz in bis zu 90 Fällen gehen.

Von halbautomatisch bis vollautomatisch, vom Revolver bis zum Sturmgewehr: 120 Waffen, Zubehör und Munition aller Art waren im Haus eines 58-Jährigen bei einer Durchsuchung sichergestellt worden. Zweieinhalb Jahre nach Aufstöbern dieses Waffenlagers ist der Mann aus dem Kreis Paderborn am Donnerstag vom Amtsgericht Korbach wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz verurteilt worden. Er erhielt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung - plus Geldstrafe in Höhe von 600 Euro.

Quelle: HNA

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