Bürgermeister Heinfried Horsel über die Wahl von Michael Wenzel zum Stadtbrandinspektor

„Wahlergebnis wird zu den Akten gelegt“

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Blicken optimistisch nach vorne: Bürgermeister Heinfried Horsel (links) und der neue Stadtbrandinspektor Michael Wenzel. Das Bild entstand im Jahr 2010.

Battenberg - Michael Wenzel hatte während der Dienstversammlung der Battenberger Wehren nur 40 von 100 Stimmen erhalten.

Michael Wenzels Wahl zum Stadtbrandinspektor war Gesprächsthema unter Feuerwehrleuten im Frankenberger Land. FZ-Redakteur Mark Adel sprach mit Bürgermeister Heinfried Horsel über Ursachen und Konsequenzen.

Worin liegen die Gründe, dass sich die Einsatzabteilungen so uneinig sind, wenn es um die Wahl des Stadtbrandinspektors geht?

Es hat durchaus Tradition, dass Battenberger Stadtbrandinspektoren bei der ersten Wahl keine überwältigenden Ergebnisse erhalten, so auch bei Günter Hallenberger, auf den 1997 beim ersten Wahlgang nur 55 von 144 Stimmen entfielen, im zweiten Wahlgang waren es dann 89 Stimmen. Hallenberger hatte sich in seinem neuen Amt bestens bewährt und sich die Anerkennung aller Feuerwehren im Stadtgebiet erworben, so dass er bei den nächsten beiden Wahlen alle Stimmen erhielt. Diese Chance hat auch Michael Wenzel.

Haben Feuerwehrleute aus den Ortsteilen ein Problem damit, einem Stadtbrandinspektor aus Battenberg unterstellt zu sein?

Der letzte Stadtbrandinspektor aus der Kernstadt war Robert Arnold (bis 1982). Probleme wegen seiner Herkunft aus der Battenberger Wehr sind mir nicht bekannt. Ich gehe davon aus, dass die Kameraden und Kameradinnen aus den Stadtteilen auch heute kein Problem mit einem SBI aus der Kernstadt haben werden. Herr Wenzel hat zugesichert, auf die Stadtteilfeuerwehren zuzugehen und um ihr Vertrauen zu werben.

Ist die Ablehnung des Battenberger Kandidaten durch einen Teil der Aktiven auch ein Ausdruck mangelnden Zugehörigkeitsgefühls der Ortsteile zur Stadt Battenberg?

Das Abstimmungsverhalten bei der Wahl des Stadtbrandinspektors lässt keine Rückschlüsse auf das Zugehörigkeitsgefühl der Stadtteile zur Stadt Battenberg zu. Das Thema der Zugehörigkeit stellt sich nach meinen Wahrnehmungen längst nicht mehr.

Ist eine vertrauensvolle Arbeit der verschiedenen Führungskräfte überhaupt möglich, wenn der Stadtbrandinspektor bei der Wahl so wenig Rückhalt hat?

Als gute Demokraten werden unsere Wehrführer die Wahl von Michael Wenzel respektieren und ihn als Stadtbrandinspektor anerkennen und mit ihm vertrauensvoll zusammenarbeiten. Für alle Führungskräfte steht die Erfüllung des Brand- und Katastrophenschutzauftrages an erster Stelle.

Könnte dieser fehlende Rückhalt nicht gerade bei Extremsituationen, wie sie bei Einsätzen schnell auftreten können, zu einer Gefahr werden?

Ich bin mir sehr sicher, dass das Wahlergebnis schnell zu den Akten gelegt wird. Im Einsatzfall erfüllt jeder seine Aufgaben, ob nun Führungskraft oder Feuerwehrmann/-frau.

Die Ablehnung Wenzels von Teilen der Feuerwehrleute war bekannt. Hätte nicht im Vorfeld unter Ihrer Leitung das Gespräch mit den Wehren gesucht werden müssen, um das nun entstandene Bild der Zerrissenheit zu vermeiden?

Zwei aus meiner Sicht für die Position gut geeignete Führungskräfte hatten gegenüber Bürgermeister und Wehrführerausschuss ihr Interesse an einer Kandidatur bekundet. Einer hat dann kurzfristig bekannt gegeben, auf eine Kandidatur zu verzichten. Die aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr haben das gesetzliche Recht, ihren Leiter durch Wahl selbst zu bestimmen, eine Einflussnahme des Bürgermeisters wäre der falsche Weg gewesen.

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