Dampfmaschinenmuseum in Schreufa

Wahrzeichen auf dem Schrottplatz

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Ganz langsam neigt sich das große Stahlgerippe der Dampframme, die 17 Jahre lang ein weithin sichtbares Wahrzeichen des Dampfmaschinenmuseums in Schreufa war. Foto: Jürgen Siegesmund

Frankenberg-Schreufa - Als Wahrzeichen des Dampfmaschinenmuseums war sie mehr als 17 Jahre lang nicht zu übersehen: die Dampframme im Unternehmenspark Nord in Schreufa. Jetzt gehört sie der Vergangenheit an.

Näherte man sich bislang von Frankenberg kommend der ehemaligen Stuhlfabrik Stoelcker, so war die Dampframme neben dem mehr als 70 Meter hohen Industrieschornstein nicht zu übersehen.

In 1997 hatte das imposante Stück eigens für das Schreufaer Dampfmaschinenmuseum die lange Reise vom Hamburger Hafen nach Frankenberg angetreten. Unter der fachkundigen Leitung und tatkräftigen Mithilfe des letzten Bedieners, der aus Hamburg angereist war, wurde die Ramme im Herbst des gleichen Jahres auf einem extra angefertigten Fundament im Eingangsbereich des Unternehmensparks aufgestellt.

„Eigentlich ist es schade, dass sie nun abgebaut wird, man hatte sich so richtig daran gewöhnt“, sagte eine Mitarbeiterin eines dort ansässigen Betriebes. „Sie war ein Blick- und Orientierungspunkt für den gesamten Gewerbepark“, sagte ein anderer zufälliger Zuschauer.

Weil nun das Grundstück, auf dem die Dampframme stand, verkauft und künftig anders genutzt werden soll, rückten Experten mit Schweißbrenner und einem schweren Autokran dem großen Stahlgerüst zu Leibe. Zunächst entfernten sie mit dem Kran den schweren Rammbock aus der Verankerung, bevor sie nach weiteren Vorarbeiten das hohe Stahlgerüst - am Kranhaken hängend - ganz langsam Meter um Meter absenkten und flach auf den Boden legten. Die eigentliche Arbeit begann danach: Stück für Stück schnitten sie das Stahlgerippe auseinander und zerlegten es, um es zum Schrottplatz transportieren zu können.

Steht der Abbau der Dampframme nun für ein Ende des Dampfmaschinenmuseums? Die Antwort ist ja und nein zugleich. Zwar wird es wohl zukünftig das Museum im bisherigen Umfang nicht mehr geben. Aber es gibt Hinweise auf Bestrebungen und Überlegungen, wie ein Fortbestand in kleinerem Rahmen möglich sein könnte. Für den Förderverein soll die Rettung der größten noch vorhandene Lokomobile in Deutschland daher Priorität haben.

Wegen der laufenden Verhandlungen waren weder die Museumsgesellschaft noch der Förderverein bereit, zum Fortbestand des Museums und dem aktuellen Stand der Dinge Stellung zu nehmen.

(js)

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