Naturschützer und Jürgen Bachmann diskutieren über Forstwirtschaft und Jagd

Wald, Wild, Wandel

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Frankenau-Louisendorf - Eigentlich stand die Exkursion ins Louisendorfer Revier unter dem Motto "Klimawandel". Doch unterwegs entspann sich eine lebhafte Diskussion zwischen Naturschützern und Revierleiter Jürgen Bachmann zu Themen, die oft Anlass zu Streit sind. Diesmal kamen beide Seiten ohne Polemik oder Klischees aus.

Dass der Klimawandel längst in Deutschland angekommen ist, bezweifelt kein Förster mehr - das betonte Revierleiter Jürgen Bachmann gleich zu Beginn der Führung durch das Louisendorfer Revier. Längere Trockenzeiten, mehr Starkregen, mehr Stürme: All das ist bereits Realität. „Der Wald muss sich schneller auf die klimatischen Veränderungen einstellen, als er es eigentlich kann“, sagte Bachmann. Dabei will er die Natur unterstützen, indem er möglichst viele verschiedene Baumarten in den Beständen miteinander kombiniert.

Die zusätzlichen Baumarten sollen auf einigen Flächen auch dazu dienen, den sonst trockenen und nährstoffarmen Boden zu verbessern: „Laubbäume und Tanne sind besser zersetzbar als Fichten.“ Bei der Entwicklung solcher Standorte helfe die Durchforstung, durch die mehr Licht und Wasser an den Boden gelange. Schon jetzt zeigen sich Ergebnisse: Die Eberesche, die „den Boden zum Leben erweckt“, wächst bereits in unmittelbarer Nachbarschaft der eigens gepflanzten Weißtannen. Sie bringt nicht nur mehr Leben in den Boden, sondern dient auch als „Blitzableiter“ für Wild, für die Ebereschen ein größerer Leckerbissen sind.

Der Klimawandel rückte im Lauf der Exkursion immer weiter in den Hintergrund. Stattdessen diskutierten die Teilnehmer unterwegs sachlich, aber lebhaft mit Jürgen Bachmann über Themen wie Durchforstung, Rückegassen, Harvester-Einsatz oder die Jagd.

(Von Andrea Pauly)

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der FZ am Freitag, 12. Juni.

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