Bis Ende des Jahres noch 480 erwartet

Landkreis erwartet für nächstes Jahr 4000 neue Flüchtlinge

Waldeck-Frankenberg. Die Kreisverwaltung in Korbach rechnet damit, dass der Landkreis Waldeck-Frankenberg im nächsten Jahr 4000 neue Flüchtlinge aufnehmen muss, für den Rest des Jahres 2015 werden weitere 480 erwartet.

Das teilte der Kreis auf Anfrage unserer Zeitung mit. „Die Zuweisungszahlen für den Landkreis pendeln stabil um 80 Personen pro Woche“, heißt es in der Presseerklärung. Macht bei 52 Wochen also rund 4000 Menschen.

Das wäre mehr als eine Verdoppelung der aktuellen Zahlen, denn zum Stichtag 1. November wurden laut Kreisverwaltung in Gemeinschaftsunterkünften und in privaten Wohnungen insgesamt 1676 Flüchtlinge vom Kreissozialamt betreut. Und dazu zählen noch nicht die etwa 800 Flüchtlinge, die in den Hallen in Gemünden, Korbach und Mengeringhausen untergebracht sind - diese Unterkünfte gelten als Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes und werden über das Regierungspräsidium Gießen verwaltet, nicht über den Kreis.

Über die 4000 Flüchtlinge hinaus muss der Landkreis für eine solche Erstaufnahme ab Mitte Dezember bis Anfang Januar mit einem zusätzlichen Kontingent von 1000 Flüchtlingen als Sonderzuweisung per Katastrophenschutzbefehl durch das Innenministerium rechnen, so die Pressestelle. „Mit Schreiben vom 11. November wurden die Landkreise darauf vorbereitet. Eine Ablehnung der Zuweisung kommt nicht in Betracht.“

Die Vorplanungen für die Unterbringung dieser 1000 zusätzlichen Flüchtlinge seien bereits angelaufen: Der Landrat sei dabei, Gewerbeimmobilien prüfen zu lassen, um die Inanspruchnahme von Sporthallen und anderen öffentlichen Gebäuden so gering wie möglich zu halten. „Letztendlich muss der Landrat aber auch kreiseigene Immobilien in den Blick nehmen.“ Wie berichtet, kommt dafür auch das ehemalige Mauser-Werk in Waldeck in Betracht.

Beim Landkreis Waldeck-Frankenberg wurde mit Beginn der gestiegenen Zuweisungen von Flüchtlingen und zur Einrichtung von Notunterkünften ein Krisenstab eingerichtet, der in regelmäßigen Abständen tagt. Der Krisenstab firmiert unter dem Arbeitstitel „Notfallunterbringung“. Ihm gehören Landrat Dr. Kubat, Erster Kreisbeigeordneter Deutschendorf, Mitarbeiter der Verwaltung und die drei Bürgermeister van der Horst (Bad Arolsen), Junker (Hatzfeld) und Friedrich (Korbach) sowie der Leiter der Polizeistation Korbach an.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Archivfoto:  dpa

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