Verspätete Ernte droht

Langer Winter schadet Gärtnern und Bauern

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Schade um die schönen Blumen: Dagmar Schwarz vom Blumenladen Frankenberg verkauft momentan nur wenig Frühlingsblüher wie Primeln, Stiefmütterchen und Osterglocken.  

Waldeck -Frankenberg . Landwirte, Gärtnereien, Eisdielen und andere Einzelhändler in Waldeck-Frankenberg leiden unter dem andauernden Winterwetter. Gärtnereien finden kaum Abnehmer für die Frühlingsblumen. Landwirte befürchten eine spätere Ernte.

„Normalerweise haben wir ab März immer ein kräftiges Wachstum auf den Äckern. Dieses Jahr ist da noch nichts passiert“, sagt Matthias Eckel, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Frankenberg. Die Pflanzen seien durch die kalten Temperaturen einem extremen Stress ausgesetzt. Die Sonne lasse sie austrocknen. Durch die gefrorenen Böden könnten sie aber keine Feuchtigkeit aufnehmen, erklärt Eckel.

Damit die Pflanzen wachsen, seien Regen und warme Temperaturen nötig. Die wirtschaftlichen Folgen für die Landwirte seien noch nicht abzuschätzen, sagt Eckel. „Totalausfälle wird es wohl nicht geben. Wir rechnen eher mit einer verspäteten Ernte.“

Blumenhändlern macht der lange Winter besonders zu schaffen. Noch hielten sich die Menschen zurück, ihren Garten mit neuen Blumen zu bestücken. Auch die Laufkundschaft fehle ihnen, sagt Dagmar Schwarz vom Blumenladen Frankenberg.

„Bisher haben wir nur 20 Prozent des normalen Umsatzes gemacht. Mit etwas Glück erreichen wir bis April 60 Prozent“, zieht Hans-Martin Lötzer von der Gärtnerei Lötzer in Bergheim Bilanz.

Da durch den Frost weder Beete noch Gräber bepflanzt werden können, könne er auch seine Saison-Arbeiter erst ab April beschäftigen. Normalerweise beginnen diese ihre Arbeit bereits Mitte Februar.

Auch in Modegeschäften ist der Verkauf der Frühjahrsware eher schleppend angelaufen. Mittlerweile habe sich die Lage aber entspannt, sagt Heidi Ueberson vom Modehaus Manhenke in Korbach und Bad Wildungen.

Von Nora Sonnabend und Daniel Göbel.

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Quelle: HNA

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