Auffällige Trends vom Sonntagabend

Waldeck-Frankenberg: Trends bei Stadt- und Gemeindeparlamenten mit Hochs und Tiefs 

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Auszählung im Stadthaus in Frankenberg: Die Wahlhelfer (von links) Heinrich Schmidtmann, Susanne Finger, Fritz Lapp und Volker Fiedler haben am Sonntag direkt nach 18 Uhr alle Hände voll zu tun. Auch in den vielen anderen Wahllokalen in Waldeck-Frankenberg wird ab diesem Zeitpunkt fleißig ausgezählt. Schon einige Stunden später gibt es die ersten Trendergebnisse.

Frankenberger Land. Ein Teil der abgegebenen Stimmen für die Stadt- und Gemeindeparlamente ist schon ausgezählt worden. Hier lesen Sie vorläufige auffällige Trends vom späten Sonntagabend in Auszügen.

FDP in Frankenberg stark

Nach dem ersten Zwischenergebnis ist die FDP in Frankenberg der größte Gewinner. Die Liberalen legen um 9,1 Punkte im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren auf 13,6 Prozent zu. Bislang sind sie nur mit einem Sitz im 31 Sitze umfassenden Stadtparlament vertreten. Auch die SPD hat Anteile gewonnen. Mit 33,3 Prozent stellt sie nach der recht stabilen CDU (37,6) die zweitstärkste Fraktion dar.

Verlierer sind laut den ersten Ergebnissen die Grünen, die mit 15,4 Prozent 3,6 Punkte weniger als 2011 erreichen. Für eine Mehrheitskoalition mit der CDU dürfte es aber weiterhin ausreichen. Diesmal standen in Frankenberg nur vier Parteien zur Wahl, da die Bürgerliste und die Piraten nicht mehr angetreten sind.

Die Wahlbeteiligung in Frankenberg liegt bei 45,1 Prozent, in anderen Kommunen im Frankenberger Land haben mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben.

CDU Gewinner in Rosenthal

Auffällig ist der Stimmenzugewinn für die CDU in Rosenthal. Dort legen die Christdemokraten um Spitzenkandidat Dirk Golde nach dem ersten Trend um 10,4 Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Kommunalwahl zu. Mit 55 Prozent winkt die absolute Mehrheit. Dagegen verliert die Bürgerliste Roda (von 34,9 auf 25,2).

Verluste in Gemünden

Während sich die Christdemokraten in Rosenthal freuen dürfen, lässt der erste Trend in Gemünden erkennen, dass die CDU dort weiter Stimmen verliert. Zur Erinnerung: Bei der Wahl 2011 büßte die Partei in der Wohra-Stadt bereits die absolute Mehrheit ein. Nun geht die Talfahrt offenbar weiter. Der erste Trend sagt 36,4 Prozent für die CDU voraus, das sind rund drei Prozentpunkte weniger als vor fünf Jahren. Gewinner in Gemünden scheint die Bürgerliste zu werden. Sie kommt auf 40,8 Prozent, 2011 waren es 36,3.

Verluste müssen auch die Freien Bürger in Frankenau hinnehmen. Dort sticht ein Minus von fast sieben Prozentpunkten auf 20,9 Prozent heraus.

Bürgerliste sticht heraus

Spektakulär mutet in Bromskirchen der bisherige Zugewinn der Bürgerliste Bromskirchen an: Sie steigert ihren Anteil von bisher 53,2 Prozent auf 73,5 Prozent.

In der Großgemeinde Vöhl müssen die Grünen Stimmen einbüßen. Sie rutschen auf 4,3 Prozent ab (2011: 12,2). Die Freien Wähler legen auf 25,3 Prozent zu (20,7).

In Lichtenfels muss sich dem Trend zufolge die CDU als bislang stärkste Fraktion mit jetzt 22,8 Prozent (2011: 29,2) gegenüber der SPD geschlagen geben, die knapp acht Punkte hinzugewinnt und auf 31,1 Prozent kommt.

Mehr Gewicht für Ortsteile

In der Industriegemeinde Allendorf/Eder bekommen die Ortsteile offenbar immer mehr Gewicht. Dort kommt die gleichnamige Bürgerliste auf bislang 40,8 Prozent (zuvor 33,4). Sollte sich dieser Trend bestätigen, wird sie stärkste Fraktion im Gemeindeparlament.

In Haina/Kloster haben die Unabhängigen Bürger Dodenhausen nach den Trendergebnissen allen Grund zur Freude. Sie können ihr Ergebnis im Vergleich zu 2011 um mehr als acht Punkte nach oben schrauben auf 21,4 Prozent. Fast genauso viele Prozentpunkte stehen auf Seiten der SPD, allerdings in umgekehrter Richtung – auf 28,3 Prozent.

Anteil fast verdoppelt

In Hatzfeld verdoppelt die Bürgerliste Holzhausen fast ihren Anteil, und zwar von 14,3 Prozent auf 26,8. Wahrscheinlich geht dies überwiegend zu Lasten der SPD, die 8,4 Punkte verliert und 11,3 Prozent erzielt.

Hintergrund

Sonntagabend wurden zunächst nur die Stimmzettel ausgezählt, bei denen die Wähler mit einem Kreuz eine Liste einer Partei gewählt haben. Auf diesen Stimmen basieren die Trendergebnisse. Ein großer Teil der Stimmzettel wird erst am Montag und Dienstag ausgezählt.

Die letztlich gültigen Prozentzahlen können sich im Vergleich zum ersten Trend vor allem in den einzelnen Gemeinden teilweise noch erheblich verändern. So lag etwa bei der vergangenen Kommunalwahl 2011 die FDP Lichtenfels laut dem Trend nur bei 6,8 Prozent. Das Endergebnis fiel aber deutlich höher aus: 16,6 Prozent.

Derweil lagen die Trendergebnisse für den Kreistag 2011 nahe an den Endergebnissen. Für die SPD zum Beispiel als stärkste Fraktion hatten sich damals 35,9 Prozent abgezeichnet, während das endgültige Ergebnis nur leicht variierte: 34,5 Prozent.

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Quelle: HNA

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