Beständig unbeständig, aber oft warm

Warme Temperaturen zum heißen Fußball-Finale

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Es wird wieder warm in den nächsten Tagen – mit Regenschauern und Gewittern ist dennoch immer wieder zu rechnen. Eine nachhaltige Wetterverschlechterung ist jedoch nicht zu erwarten.Foto: Nicolas Armer

Frankenberg - So hatten sich die meisten Menschen den Start in den Hochsommer wohl nicht vorgestellt: Mit rund 70 Litern Regen pro Quadratmeter nieselte, tröpfelte und prasselte in dieser Woche gleich die ganze durchschnittliche Monatsregenmenge des Julis hernieder. Von Sonnenschein und Wärme verwöhnt blieb allein der Nordosten Deutschlands.

Nachdem schon der Juni nur an Pfingsten mit richtiger Sommerhitze aufwartete, kamen für alle Sonnenhungrigen, Freibadfans und Public Viewer die schönen Tage Anfang Juli wie gerufen. Doch wer gehofft hatte, dass sich damit nun, ähnlich wie im vergangenen Jahr, eine beständig trocken-warme Witterungsperiode eingestellt hätte, wurde ab dem 7. Juli bitter enttäuscht. Denn nach den nächtlichen Gewittern dominierten mehr und mehr Wolken das Himmelsbild und leiteten den Dauerregen der letzten Tage ein. Die vorher eher zu trockenen Böden konnten das viele Nass kaum fassen, Bäche und Flüsse waren innerhalb weniger Stunden randvoll gefüllt. Eine Entwicklung, die nach dem Frühjahrsverlauf nicht wirklich überraschend kam. Warnt doch eine alte Erfahrungsregel: „Ist’s im April schon warm und trocken, gibt’s im Sommer nasse Socken.“ Dieser Regen fiel auch noch ausgerechnet in jenem Zeitraum (6. bis 9. Juli), der als der wahre „Siebenschläfer“ bekannt ist und in dem sich in vielen Jahren die Großwetterlage für den Hochsommer einspielt. Müssen wir jetzt also mit sieben Wochen Regenwetter leben?

Nein, ganz so schlecht sind die Aussichten nicht: Natürlich wäre ein kräftiges und stabiles Sommerhoch im Norden oder Nordwesten Europas zu diesem Zeitpunkt die beste Garantie für schönes Freizeit- und Urlaubswetter. Doch das Hoch über Skandinavien, das derzeit noch die Ostseeanrainer mit Sonne und Wärme versorgt, liegt zu weit im Norden und bleibt nicht für längere Zeit bestehen. Im Gegenzug wandert aber auch unser Unwettertief aus Mitteleuropa langsam in Richtung Balkan ab und macht Platz für einen Keil des Azorenhochs.

Neue hochsommerliche Phase nicht von Dauer

In dauerhaft nass-kühlen Hochsommern ziehen dagegen immer neue atlantische Tiefs in Richtung Europa und sorgen für einen unablässigen Nachschub an Wolken, Wind und Regen. Das ist in diesem Jahr bislang nicht der Fall und deshalb besteht wettermäßig für die kommenden Wochen durchaus noch Hoffnung.

Schon zum nächsten Wochenende hat sich fast überall in Deutschland wieder Warmluft durchgesetzt und lässt die Thermometer auf 24 bis 28 Grad steigen. Einige Schauer und Gewitter sind dabei weiterhin mit von der Partie, doch kündigen sie diesmal keine nachhaltige Wetterverschlechterung an. Ganz im Gegenteil, zu Beginn der nächsten Woche dehnt sich der besagte Ableger des Azorenhochs bis nach Deutschland aus und beglückt uns an den Folgetagen mit einer neuen hochsommerlich heißen Phase. Von Dauer ist die allerdings aller Voraussicht nach auch nicht, denn die Unbeständigkeit ist zunächst wohl das hervorstechendste Merkmal des Hochsommers 2014. Weitere Regentage im Monatsverlauf müssen schon einkalkuliert werden und dass dieser Juli zu nass wird, steht ja bereits heute schon fest.

Glücklicherweise starten wir in Hessen in diesem Jahr ungewöhnlich spät in die großen Ferien und können so darauf hoffen, dass sich der August vielleicht noch zum Highlight der Jahreszeit entwickelt. Auch vor zwei Jahren brachte er schließlich, nach regenreichen Vorgängern, eine Serie von „Hundstagen“ und ging aus dem Wettstreit der drei Sommermonate als Sieger hervor.

Von Roland Schmidt

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