Christlicher Frauenabend

Warum Verzeihen die Seele befreit

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Gute Gespräche und ein reichhaltiges Büfett sind Markenzeichen der „Auszeit“-Frauentreffs.

Frankenberg - Doris Möser-Schmidt stellt Frauen aus der Region bei der "Auszeit" vier Schritte zum Heilen verletzter Gefühle vor.

Unter dem Motto „Die heilende Kraft der Vergebung“ stand der Vortrag von Referentin Doris Möser-Schmidt, Psychologin und Diakoniewissenschaftlerin aus Marburg, beim Frauenabend „Auszeit“. Die Veranstalter freuten sich über das voll besetzte Gemeindezentrum in der Ruhrstraße. 260 Frauen besuchten den Abend. Sie ließen den Alltag hinter sich und genossen die Stunden mit anderen Frauen, tauschten sich untereinander aus, hörten einen interessanten Vortrag und stärkten sich an einem Fingerfood-Büfett.

Lydia Kreis begrüßte die Damen mit kurzen Gedanken zum Thema. Musikalisch gestaltete der Frauenchor Intermezzo unter der Leitung von Andrea Ayora-Escandell die Veranstaltung. Der Frauenchor startete mit dem stimmungsvollen Titel „Ich glaube…“ von Udo Jürgens. Es folgte „Have a Nice Day“ vor einem afrikanischen Titel und „Wie kann es sein…“ von den Wise Guys.

Im Mittelpunkt stand der Vortrag „Die heilende Kraft der Vergebung“: Vergebung gehöre zu Kirche und Religion. Aber das Thema begegne den Menschen auch im Alltag – selbst wenn es etwas aus der Mode gekommen sei, sagte Möser-Schmidt. „Wir reden nicht so oft über Vergebung. Es ist nicht eines der häufigsten Wörter, und trotzdem liegt in diesem Wort eine Kraft, die neugierig macht“, sagte sie. Schließlich hätte jeder ein tiefes Bedürfnis nach menschlicher Nähe, Wärme und Geborgenheit. „Wir leben davon, dass wir geliebt werden, lieben können und mit Menschen in Kontakt kommen. Und genau da, wo unsere größte Sehnsucht ist, liegt die Gefahr, enttäuscht und verletzt zu werden“, führte sie aus. Tatsächlich würden alle Beziehungen sehr verletzlich sein. Verletzungen seien gar „völlig normal“ und Teil der individuellen Lebensgeschichte.

Vergebung gegen

die innere Verbitterung

Um so wichtiger sei die Vergebung. „Der Weg der Vergebung ist ein Weg, auf den man sich aufmachen sollte, wenn man innerlich nicht absterben und nicht draufgehen will“, sagte sie. Vergebung helfe, nicht zu verbittern. Anhand von vier Schritten erläuterte sie, wie verletzte Gefühle geheilt werden können: Eingeständnis der Verletzung, Ablehnung der verletzenden Person, der Entschluss zur Vergebung und schließlich das erneute Zusammenkommen mit der verletzenden Person.

Zum Schluss des Vortrags lud die Referentin alle Damen ein, im „Seelenkeller mal aufzuräumen“ und Barmherzigkeit statt Hartherzigkeit zu wählen. Die Musikerinnen Christina Seibel mit ihrer Gitarre und Lisanne Kotas am Keyboard bereicherten den Vortrag. Gemeinsame Lieder rundeten den Abend ab.

Nach dem Vortrag waren alle zum Büfett eingeladen. Die Frauen ließen sich die mitgebrachten Köstlichkeiten im Bistro schmecken. Noch einmal trat der Frauenchor Intermezzo auf die Bühne. Die Frauen sangen den Titel „Das Kompliment“ von den Sportfreunden Stiller. Es folgte „Let my Light Shine“. Nach der Verabschiedung von Lydia Kreis endete der Frauenabend mit dem Segenslied, ebenfalls gesungen vom Frauenchor Intermezzo.

Der nächste Frauenabend findet am Montag, 20. April 2015, ab 19.30 Uhr im Gemeindezentrum Ruhrstraße statt.

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