Bunker der Geschichte

Wasser kam mit Pferdefuhrwerken

+
Am ehemaligen Notstrombunker der Muna, der nun Museum ist, informierten sich die Wiesenfelder Vereine über die Anlage, die einst mehr als 240 Gebäude umfasste.Foto: vk

Burgwald - Das Projekt des Burgwalder Kulturvereins "Bunker der Geschichte" war Ziel eines Familienwandertags, zu dem alle Wiesenfelder Vereine und der Ortsbeirat gemeinsam eingeladen hatten.

Als 1936 die Bauarbeiten des NS-Staates für die Luftmunitionsanstalt 2/XII im Wald zwischen Wiesenfeld und Frankenberg begannen, transportierten auch Wiesenfelder Bauern mit ihren Pferdegespannen in Jauchefäs-sern Wasser von der Eder zur Großbaustelle, damit der Beton für die Bunker und Hallen gemischt werden konnte. Die dafür angelegte Pferdetränke am Eingang des heutigen Ortsteils Burgwald erinnert noch an diese frühe Zeit der „Muna“.

Dort trafen sich jetzt die Wiesenfelder Vereine bei ihrem Familienwandertag mit Helmut Wiest und Werner Fugmann vom Kulturverein Burgwald, die sie bei der Spurensuche zum „Bunker der Geschichte“ begleiteten und ihnen die Geschichte der Rüstungsanlage erläuterten. „Unter größter Geheimhaltung begannen diese Bauarbeiten, die bereits Teil der Kriegsvorbereitungen waren“, berichtete Wiest. Erst später seien für die Munitionsanstalt Tiefbrunnen im Bereich Fritzbach und unterhalb der Bahntrasse gebaut worden, deren Versorgungsleitungen zum heutigen „Wasserhaus“ führten.

Karl-Heinz Clement vom Heimatverein Wiesenfeld lobte das Engagement, mit dem der Burgwalder Kulturverein 2009 diese Pferdetränke in Eigenleistung wieder zwischen wildem Gehölz freilegt und mit einer Rasenfläche umgeben habe, sodass hier eine einladende Anlage mit Ruhebank am Ortseingang entstanden sei.

Das ehemalige Wasserhaus der Muna erhielt sogar seine einstige Funktion zurück: Das alte Wasserreservoir, das während des Krieges von der Feuerschutz-Polizei mit ihrem Chef Wilhelm Preckel genutzt wurde, dient nach seiner Renovierung 2012 wieder mit 150 Kubikmetern als Feuerlöschspeicher für Notfälle, wie Werner Fugmann den Wiesenfelder Besuchern berichtete. Hier bestaunten sie auch das Löschgruppenfahrzeug LF 15 aus dem Jahr 1943, das sich die Frankenberger Feuerwehr 1948 „organisiert“ und ohne Bereifung auf den Felgen in die Ederstadt gerollt hatte. Im vorigen Jahr kehrte der rote „Opel Blitz“ als Museumsstück zurück.

(vk)

Kommentare