Jubiläum des Leitungsbaus in Viermünden wird am kommenden Sonntag gefeiert

Wasser seit 100 Jahren

Vor dem Alten Wasserhäuschen von 1912: Matthias Armand und Heinrich Grebe vom Heimat- und Kulturverein. Foto: Scholl

Viermünden. In den Jahren 1912/1913 wurde im heutigen Frankenberger Stadtteil Viermünden das Wasserversorgungsnetz gebaut. Davor mussten die Einwohner ihren täglichen Wasservorrat aus einen der damals vorhandenen Brunnen holen und in Eimern nach Hause schleppen.

Am Sonntag, 26. August, wird unter dem Motto „100 Jahre Wasserleitungsbau Viermünden“ gefeiert. Die Veranstaltung beginnt um 13 Uhr am Feuerwehrgerätehaus. Es gibt einen Rundgang zum neuen Wasserbehälter und zum alten Wasserhäuschen mit Infos zu Technik und zur Wasserqualität. Ein gemeinsamer Abschluss findet am Feuerwehrhaus statt. Dort gibt es zur Stärkung Kaffee, Kuchen, Gyros, Bratkartoffeln und Kraut.

Einst aus dem Brunnen

Einwohner sowie Auswärtige lädt der Heimat- und Kulturverein zum Wassertag ein. Texte und Karten zum Wasserleitungsbau haben Heinrich Grebe und Matthias Armand aufbereitet und in einem Heft zusammengestellt, das auch gekauft werden kann.

Der Wasserbedarf wurde im Frankenberger Stadtteil Viermünden einst aus Windebrunnen oder Ziehbrunnen gedeckt. Einzelne Brunnen hatten vorzügliches, andere weniger sauberes Wasser. In trockenen Sommern und bei langer Kälte versagten viele – der Bau einer Wasserleitung war nötig. Seit 1912 holte Viermünden mit der Wasserleitung gutes Trinkwasser aus der Gernshäuser Quelle bei Frankenberg. Die Wasserleitung kostete 43 800 Mark. In den Jahren 1912/13 wurde das Versorgungsnetz in Viermünden gebaut. Dadurch wurde der sogenannte „Schulbrunnen“ oder auch „Majors-Brunnen“ wertlos.

Eine Versorgung mit gutem Trinkwasser war ein dringendes Bedürfnis, und die Bauerlaubnis für die Wasserleitung des Edertal-Wasserwerksverbands wurde durch den am vorderen Hermannsholz entlang führenden Holzabfuhrweg erteilt.

Im Oktober 1912 beantragte Landrat Riesch bei der Stadt, Viermünden, Schreufa, Röddenau, Haine und Birkenbringhausen gegen eine einmalige Abfindungssumme von 30 000 Mark Wasser aus der städtischen Leitung zu liefern. Die Stadtverordnetenversammlung erklärte sich vorbehaltlich einer vertraglichen Regelung mit der Wasserlieferung einverstanden.

Viermünden erhielt die Tagesmenge von 70 Kubikmetern. Darüber hinausgehende Mengen mussten an die Stadt Frankenberg nach dem Wasserpreis, den die Eisenbahnverwaltung für ihren Wasserbedarf im Bahnhof Frankenberg an die Stadt entrichtete, bezahlen.

Die kostenlosen Wassermengen reichten in den ersten Jahrzehnten aus, wurden aber später von einigen Gemeinden überschritten. Diese überschießenden Wassermengen mussten nach dem Zweiten Weltkrieg voll bezahlt werden. (uv)

Quelle: HNA

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