Gemünden

Bau der Wasserleitung unter Zeitdruck

- Gemünden (apa). Am Samstag, 28. August, dreht sich in Gemünden alles rund um das Thema Wasser. Das 100-jährige Bestehen der Trinkwasserleitung in der Stadt und der Bunstruth ist Anlass für Führungen, einen Vortrag und eine Ausstellung.

Am Samstag, 28. August, findet in der Sport- und Kulturhalle ein Tag des Wassers statt: Um 10 Uhr eröffnet Bürgermeister und Verbandsvorsitzender Frank Gleim die Veranstaltung. Ab 10.15 Uhr hält Werner Gleim einen Vortrag zur Geschichte und Bedeutung des Wasserleitungszweckverbands Gemünden-Bunstruth und blickt auf die Entstehung der Wasserleitung zurück, gibt Einblicke in die Entwicklung von Kosten und erzählt einige Anekdoten. Um 12 Uhr wird die Ausstellung zum Tag des Wassers eröffnet. Sie ist bis 19 Uhr geöffnet. Themen sind Wasserversorgung, Grundwasserschutz, die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie sowie Hochwasser- und Brandschutz. Um 13 Uhr beginnt eine Führung zum Thema „Wo kommt unser Wasser her?“, die zur Quellfassung, Pumpstation und zum Hochbehälter führt. Dabei gibt es auch Erläuterungen zum Thema „Schutz des Grundwassers“. Treffpunkt ist an der Pumpstation in Kirschgarten. Dorthin wird ein Transfer angeboten. Um 15 Uhr beginnt eine Waderung zum historischen Aspekt der Wasserversorgung in Gemünden mit Besichtigung von Holzbach, Kälberbrunnen, Kump am Marktplatz, hauseigenen Brunnen, Messstation und Hochbehälter. Treffpunkt ist an der Kulturhalle. Vor 1910 mussten die Menschen in Gemünden und in den Bunstruth-Dörfern das Wasser zum Kochen, Putzen und Waschen, aber vor allem zum Tränken ihrer Tiere mit Eimern vom Brunnen holen. Doch nicht die harte Arbeit der Menschen auf dem Land, sondern der Bau der Eisenbahnlinie ab 1907 sorgte dafür, dass unter großem Zeitdruck eine neue Wasserleitung von Kirschgarten nach Gemünden gebaut wurde, berichtet Werner Gleim. Der Vorsitzende des Wasserleitungszweckverbandes hat einen ausführlichen Rückblick mit zahlreichen interessanten Details und Zahlen zusammengestellt. Zwar hatte die Stadt selbst vier Brunnen: Den Kälberborn, die Quellen „St. Anna“, in der Grüsener Straße und den Lehnhäuser Born. Sie alle zusammen ergeben eine Wassermenge von etwa 822 Kubikmeter pro Tag. Die Kirschgartener Quelle „Großer Born“ schüttet am Tag durchschnittlich 1900 Kubikmeter. Der Tagesbedarf des gesamten Abwasserverbandes mit Sehlen, Grüsen, Gemünden, Halgehausen und Bockendorf liegt bei 700 Kubikmetern am Tag. Um diese Quelle für die Wasserversorgung nutzen zu dürfen, wurden nach langwierigen Verhandlungen 15 000 Mark an den Mühlenbesitzer gezahlt, der die Wasserrechte für die Quelle hatte, sagt Werner Gleim. Die Wasserqualität der Quelle wurde vom Gemündener Apotheker Im Jahr 1907 untersucht. Sein Gutachten hat Werner Gleim im Staatsarchiv entdeckt. Der entscheidende Satz lautet: „Das Wasser ist somit als frei von unreinen Zuflüssen und als ein sehr gutes Trinkwasser zu bezeichnen“. Am 3. August 1910 gründete sich der Wasserleitungszweckverband Gemünden-Bunstruth, der in diesem Jahr somit sein 100-jähriges Bestehen feiert.

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