Wasserstreit in Gemünden geht weiter

Trinkwasser: Der Verbraucher weiß oft nicht, welcher Diskussionen es bedarf, bis die Wassergebühr festgelegt ist. Er dreht den Hahn auf und freut sich über das kühle Nass. Foto: dpa

Gemünden/Haina. Der Wasserleitungszweckverband Gemünden-Bunstruth steht einer gemeinsamen Wasserversorgung von Gemünden und Haina skeptisch gegenüber.

Sollen die Stadt Gemünden und die Gemeinde Haina künftig gemeinsam für die Wasserversorgung der insgesamt 17 Orte sorgen? Das schlägt eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vor. Die Regie dafür könnte der Wasserleitungszweckverband Gemünden-Bunstruth übernehmen. Ein Dienstleister - etwa die Energiegesellschaft Frankenberg - könnte alle technischen und Verwaltungsarbeiten erledigen.

In der Versammlung des Verbands sorgte dieses Modell am Dienstagabend für wenig Begeisterung. Einige Vertreter befürchten höhere Wasserpreise im Verband. Eine Sorge, die seit 2012 die Diskussion bestimmt. Auch in der Sitzung am Dienstag zeichnet sich keine Lösung ab.

Heftige Kritik übten Vertreter an dem Vorschlag des Wirtschaftsprüfers, die Wasserversorgung der Stadt Gemünden und Gemeinde Haina komplett dem Wasserleitungszweckverband Gemünden Bunstruth (WZGB) zu übertragen und an die EGF als Dienstleister zu übergeben.

Stefan Otto (Gemünden) kritisierte, dass der Wirtschaftsprüfer keine konkreten Zahlen genannt habe. „Sein Gutachten ist banal, das hat mich sehr geärgert“, sagte er. Otto befürchte, dass sich der Wasserpreis um 44 Cent erhöhen werde - ohne allerdings zu erklären, wie er auf diese Zahl kommt.

Eberhard Krause (Sehlen) gab zu bedenken, dass Haina zwölf Ortsteile einbringe, Gemünden nur fünf. Es beunruhige ihn, dass auch Vitos Haina an der Wasserversorgung beteiligt sei, und auch die Frage, wie der Wert der Wasserversorgungsanlagen, die zum Teil auch mit Schulden belastet sind, im Verband zu Buche schlagen sollen.

„Das wird ein komplett neues Gebilde“, erläuterte Hainas Bürgermeister Rudolf Backhaus. Er halte, anders als Otto, die Wirtschaftsprüfgesellschaft für seriös. Das Hauptargument des Bürgermeisters: „Eine gemeinsame Wasserversorgung ist endlich mal eine interkommunale Zusammenarbeit, die wirklich Kosten spart - eine zukunftsweisende Lösung.“ Er macht der Verbandsversammlung aber auch klar: „Haina ist nicht in Zugzwang.“ Die Gemeinde erhebe mit 3,05 Euro kostendeckende Wassergebühren.

Paul Mertke von der Gemündener Stadtverwaltung machte deutlich, dass auch der WZGB in seine alten Wasserleitungen investieren müsse und auf Dauer die günstige Gebühr nicht halten könne.

Eberhard Krause schlug als Lösung für Gemünden vor, dass der WZGB der Stadt künftig das Wasser liefere und diese die Verteilung übernehme. „Das ist doch die Lösung, die Vertreter aus Grüsen und Sehlen 2014 abgelehnt haben“, gab der Vorsitzende der Versammlung, Werner Gleim (Gemünden), zu bedenken.

„Ihr müsst Euch in Gemünden erstmal einigen, was ihr wollt“, sagte Hainas Bürgermeister, dessen Gemündener Kollege Frank Gleim derzeit im Urlaub ist. Auch eine andere Idee kam in der Versammlung auf: Den Zweckverband selbst auf Eis zu legen - durch Austritt der beiden Kommunen.

Welchen Beschluss die Versammlung fasste, welche Vorgeschichte der Wasserstreit hat und ein Kommentar zum Thema, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagausgabe.

Quelle: HNA

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