Pro Jahr soll ein Haus freigelegt werden

Weitere Sicherung der Ruinen an Dorfstelle Berich

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Beim Ortstermin (von links): Bürgermeister Jörg Feldmann (Waldeck), die Geschäftsführerin des Kellerwaldvereins, Lisa Küpper, der Vorsitzende des Fördervereins, Peter Brandenburg, der Waldecker Ortsvorsteher Uwe Neuschäfer und der Vorsitzende des Kellerwaldvereins, Volker Zimmermann. 

Waldeck. Schon vor drei Jahren formierte sich ein Förderverein mit dem Ziel, die Ruinen der Dorfstelle Berich für die Nachwelt zu erhalten.

Die Grundmauern einzelner Gehöfte sollten bis zu einer Höhe von 50 Zentimetern wieder aufgemauert werden.Dies geschah auf Initiative des Waldecker Ortsvorstehers Uwe Neuschäfer. Doch die ehrenamtlichen Mitwirkenden erkannten schnell, dass sie mit dieser Aufgabe an ihre Grenzen stießen.

Nun ist die Sanierung der Grundmauern von weiteren drei Gebäuden gesichert. Der Kellerwaldverein hat im Rahmen des LEADER-Programms einen Zuschuss von 22.500 Euro bei Gesamtkosten von 35.700 Euro bewilligt. Mit der Umsetzung wurde die Firma Heinrich Rohde aus Sachsenhausen beauftragt.

„Es ist mindestens 25 Jahre her, dass die Mauern aller Häuser noch zu sehen waren. Obwohl heute nur noch wenig zu finden ist, haben wir die Kurve gerade noch so gekriegt“, entfuhr es Fördervereinsvorsitzendem und Altbürgermeister Peter Brandenburg erleichtert am Donnerstag beim Ortstermin unter Hinweis auf den fortschreitenden Zerfall der Ruinen. Er verband dies mit der Hoffnung, dass sich auch in Zukunft Menschen finden, die dieses Werk fortsetzen.

Ein originalgetreuer Lageplan des Katasteramtes aus dem Jahr 1960 bildet die Grundlage für die Planungen des Fördervereins. In Abstimmung mit der Denkmalpflege, dem Wasser- und Schifffahrtsamt und der Naturschutzbehörde begannen Mitglieder des Vereins in Zusammenarbeit mit Auszubildenden des Lehrbauhofs der Kreishandwerkerschaf 2013 mit der Sanierung der Grundmauer des ehemaligen Wohnhauses Knüppel. Ziel laut Neuschäfer: eine historische Rekonstruktion. Die Arbeiten waren zu zwei Dritteln geschafft, da stieg der Ederseepegel wieder an. Diese Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen. Nächstes Ziel: die Grundmauern der drei Wirtschaftsgebäude des Hofes Knüppel.

Nach und nach möchte der Verein die Grundmauer der mehr als 20 Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Dorfstelle sichern. „Wir planen pro Jahr ein Haus“, sagte Uwe Neuschäfer, der sich dankbar zeigte über die jetzt gewährte LEADER-Förderung. Denn die Kosten von etwa 9000 Euro pro Haus sind aus den rund 2500 Euro Beiträgen des 45 Mitglieder starken Vereins pro Jahr nicht zu finanzieren. Der Verein trägt nun die Differenz zwischen Fördersumme und den Gesamtkosten - und wird das von der Stadt vorfinanzierte Geld „abstottern“, wie Neuschäfer sagte.

Einen Rückblick auf die Geschichte des Dorfs Berich, das erstmalig im Jahr 1226 erwähnt wurde, lesen Sie in der gedruckten Wochenendausgabe der Frankenberger Allgemeinen.

Quelle: HNA

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