Tausende Besucher beim stehenden Festzug · Höhepunkt des Festwochenendes zum 325-jährigen Bestehen

„Welcome, Bienvenue“ in Louisendorf

Frankenau - Louisendorf - Die Sonne strahlte über dem Dorf, das mit rot-weiß-blauen Bändern, Strohballen und vielen Blumen für die Besucher herausgeputzt war: Louisendorf hat sich am Sonntag den zahlreichen Besuchern beim stehenden Festzug als schmuckes Dörfchen mit Traditionsbewusstsein und Gemeinschaftssinn gezeigt.

Die hugenottischen Vorfahren sind zwar der Grund dafür, dass die Louisendorfer in diesem Jahr überhaupt ihr Jubiläumsfest feiern können. Doch die Mitglieder des Festausschusses haben bei der Ausrichtung ihrer viertägigen Feier Wert darauf gelegt, dass es nicht nur historisch, sondern auch regional und modern wird.

Die mehr als 50 Stände und Bühnen waren im alten Dorf aufgebaut, also jenem Teil, den die Hugenotten bebaut hatten. Dort zeigten heimische Handwerker ihr Können, an vielen Ständen gab es Kunsthandwerkliches aus Holz oder hübsche Geschenkideen aus Stoff, Wolle oder Filz zu entdecken. Sonnenhüte, Bauernhofeis oder handgesiedete Seife waren im Angebot. Hessen-Forst präsentierte sich ebenso wie beispielsweise der Naturpark oder eben auch der Verein „Hugenotten- und Waldenserpfad“. Der Heimatverein aus Allendorf/Hardtberg war mit einer Landmaschinenausstellung auf gleich zwei Höfen präsent. Erstmals präsentierte der neue Arche-Verein bedrohte Haustierrassen und bot die Gelegenheit, Tiere zu streicheln. In der kleinen Kirche stand die Entwicklung Louisendorfs im Fokus: In einer Diaschau waren historische und aktuelle Fotos jeweils aus derselben Perspektive zu sehen. Viele Zuschauer entdeckten dabei bekannte Gesichter oder rätselten, von welchem Punkt aus eine Dorfansicht fotografiert worden war. Bei den Vorträgen von Karl-Heinz Bastet blieb kein Platz in dem Kirchlein frei. Wie schon beim Festakt wurde auch diesmal wieder ins Englische und Französische übersetzt. An der historischen Schulscheune bot die Interessengemeinschaft jene Spezialitäten an, die bei ihren Festlichkeiten niemals fehlen dürfen: Clairette, ein spezieller Sekt aus der Diose, sowie Quiche.Auf der Aktionsbühne sorgten Gruppen aus der Region für Unterhaltung. Die Geismarer Kinderlandjugend, die Hauberner Landjugend und die Schmittlotheimer Frauen tanzten in der Dorfmitte. „Welcome, Bienvenue“, sang der Frauenchor „Glissando“ aus Altenlotheim, unterstützt durch die Chorgemeinschaft Altenlotheim/Frankenau. Der Ellershäuser Männergesangverein und die Wildetaler Musikanten trugen mit internationalen Klängen zum Programm bei.

1937165

Kommentare