Allendorf: Spendenaktion zugunsten der Großfamilie Ritter

Welle der Hilfsbereitschaft

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- Allendorf (da). Zahlreiche Menschen nehmen Anteil am Schicksal der Familie Ritter, deren Haus bei einem Feuer am Montag nahezu zerstört wurde. „Wir wollen allen für die Unterstützung Dankeschön sagen“, erklärt Familienvater Viktor Ritter. Zu zwölft lebt die Familie seit Dienstag in einer großen Wohnung, die der Gemeinde gehört.

Die politische Gemeinde und die Kirchengemeinde haben gemeinsam eine Spendenaktion gestartet, um der Familie Ritter durch die schwere Zeit zu helfen. Die Anteilnahme aus der Bevölkerung ist groß – schon jetzt ist die Großfamilie überwältigt von den vielen Spenden und Hilfsangeboten. Zahlreiche Menschen stifteten Spielsachen, Kuscheltiere, Möbel und Kleidung. Seit gestern haben Kirchengemeinde und politische Gemeinde ein Spendenkonto eingerichtet.

Schon am Montagabend, kurz nach dem Brand, erfuhr die Familie beispiellose Hilfe. Nachbarn kümmerten sich um die Kinder, sorgten dafür, dass jedes Familienmitglied ein Dach über dem Kopf, Kleidung und etwas zu essen hatte. „Das kann ich gar nicht in Worte fassen“,sagt der 27-jährige Peter Ritter. Familienvater Viktor Ritter will das Haus wieder aufbauen. Ein Fortzug aus Allendorf kommt für den 14-fachen Familienvater nicht in Frage – schon gar nicht nach der Welle der Hilfsbereitschaft. Seit mehr als acht Jahren lebte die Großfamilie in dem Haus.

1992 waren Viktor Ritter und Ehefrau Lilia aus einem deutschsprachigen Dorf in Sibirien nach Deutschland gekommen. Sieben Kinder hatten sie damals, sieben weitere wurden in Deutschland geboren. Das jüngste Kind ist acht, der älteste Sohn 30, einige sind schon ausgezogen. Acht von ihnen leben seit Dienstag zusammen mit ihren Eltern und der 75-jährigen Großmutter in der Wohnung in der Allendorfer Helenenstraße. Sie befindet sich über dem Vereinsheim des MGV und gehört der Gemeinde. Noch fehlt die 85-jährige Schwester der Großmutter, die nach dem Brand im Battenberger Seniorenheim aufgenommen worden war.

Viele persönliche Sachen sind bei dem Feuer verbrannt oder durch Löschwasser beschädigt. Schulbücher sind aufgequollen, Ranzen unbrauchbar, wichtige Unterlagen vernichtet. Die größte Sorge im Moment ist, ob die Versicherung für den Schaden aufkommt. In der nächsten Woche kommen Gutachter. Das Haus darf wegen Einsturzgefahr derzeit nicht betreten werden.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 14. Januar.

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