Schnee lässt in Nordhessen auf sich warten

Wenig Winter im Advent

Frankenberger Land - Auch wenn die Temperaturen inzwischen auf dem Weg nach unten sind, steht der richtige Winter noch nicht vor der Tür. Mancherorts sind im Frankenberger Land sogar noch die Bienen unterwegs - in der Nacht kann es aber auch schon mal glatt sein.

In vielen Jahren fallen bereits in der zweiten Novemberhälfte die ersten Flocken und zumindest in den Mittelgebirgen reicht es manchmal auch schon für eine erste Schneedecke. Doch in diesem so weit überdurchschnittlich warmen Jahr gibt es davon bislang noch keine Spur - ganz im Gegenteil: In den Gärten blüht noch so mancherlei, späte Rosen erstrahlen neben Targetis, Ringelblume und letzten Chrysanthemen und auf den noch immer grünen Wiesen blüht der Löwenzahn. Das verleitet sogar die eine oder andere Biene zu einem kleinen Ausflug in die milde Spätherbstsonne.

Doch die Nächte können, wenn der Himmel aufklart, schon richtig frostig werden und dann legt sich Reif über Wiesen, Felder und Gärten. Auch die Autofahrer dürfen, so sie ihr Gefährt im Freien parken, am frühen Morgen eifrig kratzen und durch überfrierende Nässe können Straßen und Bürgersteige schon mal glatt sein.

Doch der echte Winter sieht natürlich anders aus, die Bilder aus dem tief verschneiten Nordosten Amerikas haben es erst kürzlich wieder gezeigt. Und da mit dem 1. Dezember nach meteorologischer Zeitrechnung der Winter beginnt, stellt sich jetzt natürlich immer häufiger die Frage, wann es denn im Frankenberger Land mit Kälte und Schneetreiben so richtig losgeht.

Alle Fans von Frau Holle und Väterchen Frost mussten im letzten Winter monatelang Leiden, weil es partout nicht frieren und nicht schneien wollte. Nun hoffen sie natürlich, dass die diesjährige Saison nicht ebenfalls grau und grün bleibt und möglichst bald die ersten Flocken aus den Wolken fallen mögen. Nicht anders schaut es bei den vielen Händlern auf den Weihnachtsmärkten und bei allen, die Winterartikel im Angebot haben aus. Nicht zuletzt die Betreiber von Skiliften und die einheimische Gastronomie hoffen darauf, dass sich noch in der Vorweihnachtszeit eine beständige Schneedecke übers Land breitet, was Leben auf die Pisten und an die Theken bringen würde. Doch wie sind die Aussichten derzeit, können wir bald Schneegestöber und eisige Temperaturen „genießen“? Noch gibt es da mehr Hoffnung als konkrete Aussichten. Zwar hat sich über Osteuropa inzwischen eine geschlossenen Schneedecke entwickelt und auch der Dauerfrost hat sich dort eingestellt. Ein mächtiges Hoch hält alle atlantischen Tiefausläufer, die mit milder Meeresluft die weiße Pracht ruinieren könnten, auf Distanz.

Zugleich fließt dabei in Bodennähe beständig Kaltluft in Richtung Westen und lässt auch in Deutschland die Temperaturen mehr und mehr in Gefrierpunktnähe sinken. So haben am ersten Adventswochenende der Glühwein und der heiße Kakao schon geschmeckt und auch sonst wird alles Wärmende sicherlich gut nachgefragt werden.

Allerdings ist so eine richtige Einwinterung, mit reichlich Schnee und klirrender Kälte, derzeit nicht in Sicht. Solch einen Advent durften wir ja zuletzt 2010 erleben, der bescherte uns damals ja auch endlich mal wieder richtig weiße Weihnachten. Für die ersten Dezembertage dieses Jahres sieht es dagegen eher nach einer Fortsetzung der trocken-kalten Witterung mit leichten Nachtfrösten aus. Allenfalls in den höheren Lagen Süddeutschlands könnte zu Beginn der neuen Woche etwas Schnee rieseln, in den Niederungen ist es aber eher Regen.

In der Mitte Deutschlands sind bis auf weiteres keine nennenswerten Niederschläge in Sicht, erst zum zweiten Adventswochenende wird sich daran vielleicht etwas ändern. Dann bringen neue atlantische Tiefs wohl wieder Schwung in die Wetterküche, doch richtiges Winterwetter ist mit so einer Wetterlage erfahrungsgemäß nicht verbunden.

Immerhin, im Upland und den höchsten Lagen unserer Mittelgebirge könnte es dann mit etwas Glück schon mal Weiß werden, auch wenn es wohl noch dauern wird, bis zum ersten mal die Ansage „Ski und Rodel gut“ ertönt.

Insgesamt ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass der diesjährige Winter ähnlich mild wird wie der letzte, aber auch ein richtig kalter Hochwinter zeichnet sich bislang nicht ab. Und die am häufigsten gestellte Frage, wie es denn diesmal zu Weihnachten wird, lässt sich seriös sowieso erst ein paar Tage vor dem Fest beantworten.

von Roland Schmidt

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