Weniger Neuankömmlinge: 441 freie Wohnplätze für Flüchtlinge im Kreis

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Waldeck-Frankenberg. In Waldeck-Frankenberg sind aktuell 441 von 2236 Wohnplätzen für Flüchtlinge nicht belegt. 1795 Plätze, die die Kommunen dem Landkreis gemeldet haben, sind also bewohnt.

Der Landkreis hat die Städte und Gemeinden deshalb schon Mitte April gebeten, die Suche nach neuem Wohnraum für die Unterbringung von Flüchtlingen zunächst einzustellen, „um Überkapazitäten auf eine angemessene Schwankungsreserve zurückführen zu können“, wie es in einer Antwort der Kreisverwaltung auf eine Anfrage unserer Zeitung heißt. Gleichzeitig sollen auslaufende Mietverträge für solche Wohnungen nicht verlängert werden.

Hintergrund ist die deutlich gesunkene Zahl von Flüchtlingen, die dem Kreis neu zugewiesen werden. Aktuell sind es im Durchschnitt 20 pro Woche. Im ersten Quartal dieses Jahres waren es noch 80 bis 100 pro Woche, die auf die von den Städten und Gemeinden gemeldeten Wohnungen verteilt werden mussten.

„Im Zusammenhang mit den Entwicklungen auf dem Balkan - Sperrung der Balkanroute durch Mazedonien - haben sich die Zuweisungszahlen deutlich reduziert und auf das gegenwärtige Niveau einpendelt“, teilt der Kreis mit.

Momentan seien keine zuverlässigen Prognosen möglich, was die Zuweisungszahlen von Flüchtlingen nach Waldeck-Frankenberg angehe. „Sollte das Flüchtlingsabkommen zwischen der Türkei und der EU längerfristig tragen, dürfte allenfalls mit einem moderaten Wiederanstieg der Flüchtlingszugangszahlen in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen sein, soweit sich alternative Fluchtrouten entwickeln“, lautet die Einschätzung des Kreises.

Mit den aktuell freien Wohnungen für 441 Menschen seien vorerst genügend Kapazitäten vorhanden. Hinzu kommen die von den Kommunen beschafften Wohncontainer, die beispielsweise in Allendorf/Eder und Frankenberg bereits von Flüchtlingen bewohnt werden.

Quelle: HNA

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