Frankenberg

Wenn aus Gewohnheit Sucht wird

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- Frankenberg (mba). Stress, Unsicherheit und ein Gefühl der Überforderung ließen den Mann immer öfter zur Flasche greifen. Damit setzte er seine Ehe aufs Spiel.

„Ich bin heute seit genau drei Jahren trocken“, sagt der 47-jährige Frankenberger und blickt rüber ins Nebenzimmer, wo seine Frau und die 13-jährige Tochter am Esstisch sitzen. Dass die beiden noch da sind, dass sie ihn nicht verlassen haben, wie seine Frau gedroht hatte, dafür hat er gekämpft – mit sich selbst und gegen den Alkohol. 16 Wochen lang war er zur stationären Behandlung in der Fachklinik für Suchtkranke Fürstenwald in Calden. 16 Wochen abgeschirmt vom Alltag, vom Beruf, von Familie und Freunden, vom aus den Fugen geratenen Leben. 16 Wochen, gefüllt mit Gesprächsrunden und Therapiesitzungen. 16 Wochen, in denen er gelernt hat, sein Leben zu ändern.

Vorangegangen waren acht Jahre übermäßigen Alkoholkonsums: Eine tägliche Dosis Bier und Schnaps, um zu entspannen, Sorgen wegzuspülen und die eigene Unsicherheit zu dämpfen. Acht Jahre mit einigen „Trinkpausen“, erzählt er. „Ich habe selbst versucht aufzuhören.“ Er war wegen seines Alkoholproblems bei seinem Hausarzt und bei einer Psychologin in Marburg. Elf Monate lang besuchte er eine ambulante Therapie in Korbach, ein bis zweimal wöchentlich. Doch die Versuche blieben erfolglos: Er griff immer wieder zur Flasche. Und der Alkohol brachte Heimlichtuerei, Schuldgefühle und Depressionen mit sich. „Es war wie ein Teufelskreis“, sagt der Mann. Wenn er heimlich getrunken hatte, bekam er ein schlechtes Gewissen. Dann war er deprimiert, weil er es wieder nicht geschafft hatte aufzuhören – und griff wieder zur Flasche.

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