Vierbeiner rettete Nestling am Straßenrand

Wenn Hund und Vogel Freunde sind

Hündin „Missa“ und Girlitzmädchen „Tschitschi“ pflegen Freundschaft und fühlen sich wohl im Hause Renninger in Frankenberg. Der Vogel wurde als hilfloser Nestling von der Hündin gefunden und ist nun handzahm. Der Frankenberger Heimatkalender dient ihr als Landeplatz. Foto: Horst Giebel

Frankenberg - Eine ungewöhnliche Freundschaft hat sich zwischen der Hündin „Missa“ und dem Girlitz „Tschitschi“ entwickelt. Im Haus des Frankenberger Arztes Dr. Wolfgang Renninger leben beide in friedlicher Eintracht zusammen - zahme Vögel stehen nicht auf dem Speisezettel der Hündin.

Der kleine Finkenvogel lag im Juli bei sengender Hitze als Nestling am Straßenrad und wurde von der Hündin entdeckt. Sie schubste das noch nackte, aus dem Nest gefallene Vögelchen sanft aus dem Rasen in Richtung Herrchen. Der Mediziner und Hobby-Ornithologe Dr. Wolfgang Renninger hat in den zurückliegenden Jahren wiederholt Jungvögel aufgepäppelt - vom Sperling bis zur Stockente.

Mittlerweile ist „Tschitschi“ dank fachgerechter Fütterung und Pflege zu einem neugierigen, zahmen und schönen Vogelmädchen herangewachsen. „Tschitschi“ ist übrigens der Hungerruf der Girlitz-Nestlinge. Auf dem Speisezettel stand zunächst hauptsächlich eiweißhaltiges Futter. Inzwischen flattert die lebhafte „Tschitschi“ durchs Haus, klettert an ihren zweibeinigen Gastgebern herum, stöbert hier und da und tollt mit ihrer vierbeinigen Retterin. Allerdings ist das Klima leicht abgekühlt: Es besteht momentan eine duldsame Interesselosigkeit. Die Hündin hat jedenfalls den Piepmatz aus ihrem Beuteschema gestrichen und schnappt nicht zu. (gi)

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