Funknetz in Dodenau arbeitete nicht stabil – Horsel sieht Lösung in LTE-Technologie

Wenn das Internet lahmt

Dodenau. „Wir hatten jetzt zwei Mal Ausfälle von über 48 Stunden“, berichtet Dr. Jens Simon. Bei der Dodenauer Firma Tritron, die Farben und Druckertinte herstellt, läuft praktisch alles über das Internet. „Alle Papiere weltweit, auch für China und die USA, werden hier als pdf-Datei erzeugt und versendet“, erklärt der Geschäftsführer der HNA. „Jeder Kunde, der bestellt, erwartet innerhalb von 24 Stunden eine Auftragsbestätigung. Dass unsere Firma zwei Tage lang praktisch von der Außenwelt abgeschnitten war – das können Sie keinem erklären.“

Der Tritron-Geschäftsführer ist nicht der einzige, der mit der DSL-Versorgung im oberen Edertal unzufrieden ist. Vor einigen Jahren hatte die Firma Paracom einen Sendemasten in der Nähe des Wildparks gebaut, um etwa 120 DSL-Kunden in Dodenau einen schnelleren Zugang zum Internet zu ermöglichen. Doch das Paracom-Funknetz war in den letzten Monaten nicht sehr zuverlässig. „Je mehr Nutzer sich einwählten, desto langsamer wurde es“, berichtet der Battenberger Bürgermeister Heinfried Horsel. Er kann den Ärger der Dodenauer verstehen, die viel Geld für einen schnellen Internetzugang bezahlen, der aber nur unzuverlässig funktioniert.

Es habe „Paketverluste“ bis „kurz vor dem Totalausfall“ gegeben, räumte Paracom-Geschäftsführer Thorsten Barzen gestern auf Anfrage der HNA ein. Grund dafür seien zum einen Zulieferer – so genannte Carrier – gewesen. Diesen Carrier habe man gewechselt. Darüber hinaus habe es in den vergangenen fünf Tagen ein „schwieriges Problem in einer sehr komplexen Elektronik-Einheit“ gegeben. Auch das sei nun behoben. „Jetzt läuft es wieder wie die wilde Wutz“, versicherte Barzen.

Unterdessen sucht Bürgermeister Horsel zusammen mit den betroffenen Ortsbeiräten nach anderen Lösungen. Für den 12. Oktober ist ein Gespräch mit Vertretern der Deutschen Telekom anberaumt. Die Telekom will die Battenberger für die so genannte LTE-Technik (Long Term Evolution) begeistern, die frei gewordene Fernsehfrequenzen für die Datenübertragung nutzt. Das soll „zehnmal schneller“ sein als DSL.

„Jetzt läuft es wieder wie die wilde Wutz.“

Thorsten Barzen

„Auf der Sackpfeife werden bereits Funkstrahler für diese Technik installiert. Es gibt aber noch gar keine Endgeräte dafür“, berichtet Bürgermeister Horsel. LTE könnte nach seiner Einschätzung nicht nur für Dodenau interessant sein: „Davon könnte die gesamte Stadt Battenberg profitieren.“

An den Kosten eines Sendemastens würde sich die Firma Tritron beteiligen. „Wir haben kein Problem damit, so einen Sender zu kaufen“, sagte Geschäftsführer Dr. Simon. „Der Schaden, der so entsteht, ist um ein Vielfaches höher.“

Von Thomas Hoffmeister

Quelle: HNA

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