Aus den Hotels in der Region verschwinden schon mal ungewöhnliche Dinge

Wenn Parfüm verduftet

Beliebtes Diebesgut: Hotelchef Axel Sassor aus Dodenau zeigt, was gerne mitgenommen mit. Parfümflaschen in jeder Variation. Die gibt es seitdem nicht mehr auf der Toilette. Foto: Schneider

Waldeck-Frankenberg. Es gilt offenbar bei vielen als Kavaliersdelikt: Aus deutschen Hotels verschwindet öfters mal ein Bademantel oder ein besticktes Handtuch.Das ergab eine Umfrage der Reise-Website lastminute.de. 56 Prozent der Hotelgäste lassen demnach gerne etwas mitgehen.

In unserer Region ist das Problem offenbar nicht ganz so dramatisch. Aber auch hier gab es schon einige skurrile Diebstähle. Glücklich können sich bei diesem Thema Hotels schätzen, die viele Stammgäste haben.

So wie der Gasthof Nuhnetal aus Rengershausen. „Wir hatten noch nicht einmal einen Zechpreller. Das liegt aber auch daran, dass ich die meisten Gäste schon seit Jahren kenne“, sagt Hotelchef Uwe Dornseif.

Etwas anders gelagert ist da der Fall im Göbels Hotel Quellenhof in Bad Wildungen. Dort wurden in den vergangenen Jahren ungewöhnliche Sachen gestohlen. Der spektakulärste Diebstahl passierte im letzten Jahr. Hotel-Direktor Piet Schmirler: „Da wurde uns am helllichten Tag der Zigarettenautomat gestohlen. Niemanden ist es aufgefallen. Dabei haben die Diebe den Automaten durch das halbe Hotel geschoben und sind mit dem Aufzug fünf Etagen tiefer gefahren. Erst am nächsten Tag haben wir den Diebstahl bemerkt.“ Außerdem wurden in den vergangenen Jahren zwei Computer gestohlen. „Kein Problem, dachten wir. Wir haben ja eine Überwachungskamera. Nur waren die Bänder davon leider auf den Computern gespeichert.“ Beliebtes Diebesgut ist immer wieder die Osterdekoration. Auf den Porzellanosterhasen haben es jährlich einige Langfinger abgesehen.

Einen ungewöhnlichen Fall gab es auch mal im Landhaus Bärenmühle bei Frankenau. Melanie Bremmer erinnert sich: „Es wurde schon Seife aus dem Seifenspender geklaut. Immerhin: Statt gleich den Seifenspender herauszubrechen, wurde die Flüssigseife in Plastiktüten abgefüllt. Wir haben das herausgefunden, weil die - übrigens keineswegs unbetuchten - Gäste einige mit Seife gefüllte Tütchen im Zimmer vergessen haben. Wahrscheinlich riecht unsere Seife mit der zarten Aloe-Vera-Note einfach zu gut. Ansonsten wird nämlich bei uns nur sehr selten etwas mitgenommen“.

Auch das Hotel Sassor aus Dodenau hatte eigentlich nie Probleme mit Langfingern unter den Gästen. Bis Hotelchef Axel Sassor begann, kleine Parfümflaschen in den Toiletten aufzustellen. „Auf der Damentoilette lag die Verweildauer bei ein paar Stunden. Auf der Männertoilette bei einer Woche. Einmal habe ich eine Frauengruppe auf frischer Tat erwischt, die einige der Proben schon in ihren Taschen verstaut hatte“, berichtet er.

In der Rats-Schänke in Frankenberg gibt es auch wenig bis gar keine Diebstähle. Seniorchefin Anni Neuschäfer: „Ein mitgenommener Waschlappen wurde uns mal gewaschen zurückgeschickt.“

Von Daniel Schneider

Quelle: HNA

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