Prävention

Wenn der Spaß in einer Tragödie endet

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Frankenberg - Erst feiert das junge Pärchen in der Disco mit Freunden, dann verunglückt der Wagen auf dem Heimweg, das Mädchen kommt ums Leben: Mit eindrücklichen Bildern sind die Schüler gestern gewarnt worden, welch schlimme Folgen Drogenmissbrauch haben kann.

Das Stadtparlament veranstaltete den Präventionstag, den gestern Schüler verschiedener Jahrgänge von Ortenbergschule, Burgwaldschule und Edertalschule besuchten. Insgesamt nahmen elf Klassen teil.

Ein wackeliger Slalom-Lauf mit Promille-Brille der Krankenkasse AOK war besonders beliebt. Daneben gab es Informationen von der Opferschutz-Organisation „Weißer Ring“, vom runden Tisch „häusliche Gewalt“ und von der Schuldnerberatung „Moneymaker“.

Die Jugendlichen konnten in Fragebögen Wünsche und Anregungen vermerken. Kreativität war bei einem Wettbewerb gefragt, bei dem die Schüler malen, Gedichte schreiben oder Collagen erstellen konnten. Weil der Präventionstag kurzfristig veranstaltet wurde, hätten andere Organisationen wie Deutsches Rotes Kreuz oder Technisches Hilfswerk abgesagt, erklärt die SPD-Stadtverordnete Daniela Neuschäfer. Bei der nächsten Veranstaltung dieser Art solle das Angebot aber ausgeweitet werden. Eine Fortsetzung soll es im Herbst geben, erklärte Bürgermeister Rüdiger Heß. Darin solle auch der Frankenberger Prävenstionsrat einbezogen werden.

Er betonte, dass sich die Trinkgewohnheiten der Jugendlichen in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt hätten. Durch süße Mixgetränke steige die Gefahr, zu früh mit Alkohol in Berührung zu kommen.

Der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf betonte, dass Sucht auch in der ländlichen Region ein Problem sei. „Da stehen menschliche Schicksale dahinter.“ Daneben spielten auch die Folgekosten für die Gesellschaft eine Rolle. Der Landkreis investiere jährlich 250000 Euro in die Suchtprävention.

In zwei Filmen des DRK Kassel-Land wurden die Jugendlichen sensibilisiert, welche Folgen übermäßiger Alkoholgenuss haben kann.

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