Konzert der Chöre der Edertalschule

„Wenn die Stimmlippen mitwippen“

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Frankenberg - Rund 140 Akteure bescherten den Gästen in der Frankenberger Kulturhalle am Freitag einen Abend, der statt „Schulkonzert der Chöre“ auch „Edertalschule – Night of Voices and Music“ hätte betitelt werden können. Der Auftritt bot weit mehr, als der Titel vermuten ließ.

Fröhliche junge Leute auf der bunt illuminierten Bühne boten ein Musikprogramm mit Show-Charakter, Solisten am Flügel, Pop, Klassik, mitreißenden Songs, Mouth-Percussion, kreativen Ideen und der Begeisterung für das, was Menschen mit Kehlkopf, Stimmbändern und über 60 Muskeln machen können: „Wenn die Stimmlippen mitwippen, bis sie richtig schwingen, bezeichnet man den Vorgang allgemein als Singen." Diese Textzeile von den Wise Guys aus dem Lied „Sing mal wieder“ war nur ein Höhepunkt, den der Oberstufenchor lieferte.Mit dem Song „Happy ending“ von Mika zeigten die Sänger, wie sehr ihnen moderne Chorliteratur liegt. Bravourös waren auch die zwei Titel aus Peter Schindlers Kantate „Sonne, Mond und Sterne“ mit der musikalischen Begleitung eines Streichensembles des Jugendsinfonieorchesters der Schule.

Ober- und Mittelstufenchor sangen neben Evergreens wie „Aux Champs Elysées“ oder „I got Rhythm“ auch den Sprechkanon „Der Ritter“, bei dem Hufeklappern, Regentropfen und das Niesen des im Regen reitenden und daher rostenden Ritters zu einem raffinierten Klangbild verschmolzen. Bei „Ein Freund, ein guter Freund“ erlaubten sich die etwa 70 Schüler einen Streich: Leiter Matthias Müller musste als Wandersmann mit Stock und Hut durch die Halle laufen.

Der etwa 40-köpfige Unterstufenchor präsentierte eine Geschichte, die Schülerinnen des Chores geschrieben hatten. In dieser waren einige Lieder der Kinderchor-Literatur eingebaut: Mit kleinen Requisiten sangen die Kinder fröhlich und mit kräftigen Stimmen Stücke wie „Finster, Finster“, „Alle, die mit uns auf Kaperfahrt fahren“ und den „Gummibären-Song“. Dazu gesellte sich ein leuchtender Gummibär in ihrer Mitte. Leiterin Gertrud Will begleitete schmunzelnd am Klavier.

Der Kollegiums-Chor unter der Leitung von Matthias Müller durfte an diesem Abend nicht fehlen, trugen die Sänger doch unter anderem „When I‘m Sixty-Four“ von den Beatles über Liebe im vorgerückten Alter mit Spaß und Hingabe vor. Schön, wenn Lehrer und Schüler an solch einem Abend vereint auf der Bühne stehen.

Immer für eine Überraschung gut sind Ausnahmetalente und solche, von denen das Publikum nicht ahnt, welches Potential in ihnen steckt. So spielte „Piano Woman“ Kathrin Obermann am Flügel mit Mundharmonika beeindruckend Billy Joels „Piano Man“ aus dem Jahr 1973. Daniel Strauch hatte – ebenfalls am Flügel – seine verjazzte Bach-Invention a-Moll im Gepäck und wurde begleitet von Lennart Gabriel (Drums) und Mike Theiß (Bass). Er begeisterte damit die Zuhörer in der vollen Halle. Das gelang auch Benedikt Kantert (Flügel) und Dominik Brandenstein (Akustik-Gitarre), die ein romantisches Duett sangen und damit die Herzen berührten.

Zum Schluss standen alle Akteure gemeinsam auf der Bühne und schlossen den zweieinhalbstündigen Musik-Abend mit dem Kanon „Dona nobis pacem“ und als Zugabe „Guten Abend, gute Nacht“ ab. Durch das Programm führten sympathisch Sandra Lieder und Dennis Pfundheller. Schulleiter Stefan Hermes brachte es mit den Worten des amerikanischen Dichters Henry Wadsworth Longfellow auf den Punkt: „Musik ist die gemeinsame Sprache der Menschheit“. An diesem Abend war es die gemeinsame Sprache aller Beteiligten in der Kulturhalle. (dwa)

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