Besonderes Angebot Marburger Medizin- und Pharmaziestudenten in Frankenberg

Wenn Teddy und Hasi Schmerzen haben

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Tut ja gar nicht weh: Auf Einladung des Frankenberger Lions-Clubs bietet die Marburger Teddyklinik zum dritten Mal eine Sprechstunde in der Ederberglandhalle an. Fotos: Nadine Weigel

Frankenberg - Die Marburger Teddyklinik öffnet auf Einladung des Frankenberger Lions-Clubs am Mittwoch, 13. Juni, in der Ederberglandhalle ihre Pforten. Rund 300 Mädchen und Jungen aus zwölf Kindergärten haben sich angemeldet.

Die Teddyklinik wird ehrenamtlich organisiert von Studierenden der Fachbereiche Medizin und Pharmazie der Marburger Philipps-Universität. Das Organisationsteam besteht aus rund 20 Studierenden höheren Semesters. Die freiwilligen „Teddydocs“ und „Teddyapotheker“ kümmern sich während der Sprechzeiten um die Kinder und ihre Kuscheltiere. Seit 2008 beteiligen sich auch Zahnmedizinstudenten an dem Projekt. Alle Kuscheltierärzte haben spezielle Schulungen besucht, bei denen sie unter anderem von Psychologen auf die Arbeit in der Teddyklinik vorbereitet wurden.

Eine Idee aus Schweden

Ziel des Projekts ist es, Kindern im Alter von drei bis sieben Jahren auf spielerische Art und Weise die Angst vor einem Arztbesuch oder einem Krankenhausaufenthalt zu nehmen. Dabei beobachten und erleben die Kinder in der Rolle der „Eltern“ ihrer kranken Kuscheltiere, wie diese untersucht und behandelt werden. Entstanden ist die Idee vor einigen Jahren in Schweden und seitdem hat sie sich immer weiter in Europa und auch in Deutschland verbreitet. Inzwischen praktiziert in vielen größeren Städten mindestens einmal im Jahr eine Teddyklinik. In Marburg wurde 2003 die erste Teddyklinik mit großem Erfolg auf dem Marburger Marktplatz organisiert.

In Frankenberg gastieren die „Teddydocs“ und „Teddyapotheker“ zum dritten Mal. Unterstützt wird das Projekt vom Lions-Club Frankenberg. Schirmherren der „Teddyklinik“ in der Ederberglandhalle sind Lions-Präsident Rainer Walenzik, Bürgermeister Rüdiger Heß und Dr. Rolf Bluttner, Vorsitzender des Frankenberger DRK-Kreisverbandes. Das Rote Kreuz ist auch mit einem Rettungswagen vor Ort. Sanitäter erklären den Kindern die Ausstattung.

Sprechzeiten sind am Mittwoch, 13. Juni, von 8 bis 12 Uhr für die Mädchen und Jungen angemeldeter Kindergärten aus der Region, von 14 bis 16 Uhr für alle Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren, die kranke Kuscheltiere haben.

Der Besuch in der Teddyklinik soll möglichst realistisch einen echten Besuch beim Arzt oder im Krankenhaus simulieren. Die Kinder kommen mit ihren „kranken“ Kuscheltieren in die Klinik. Die „Krankheiten“ sollten sie sich zuvor mithilfe ihrer Eltern oder Erzieher ausdenken. Von der kleinsten Maus über die giftigste Schlange bis hin zum größten Bär wird jedes Kuscheltier behandelt.

Als Erstes müssen die Kinder mit ihren Kuscheltieren an die Anmeldung kommen. Dort werden erste Daten wie die Namen des Patienten und des Begleiters aufgenommen. Anschließend geht es in den Wartebereich, in dem sie die Zeit verbringen können, bis sie von ihrem „Teddydoc“ aufgerufen werden. Dann gehen sie mit ihm und ihrem Kuscheltier in den Behandlungssaal. Zunächst wird die Krankheitsgeschichte erfragt. Dann wird das Tier gemessen, gewogen, Fieber und Blutdruck gemessen, es wird in Augen, Ohren und Mund geschaut und schließlich untersucht.

Eine „Kuscheltherapie“

Bei Verdacht auf einen Bruch wird der Radiologe aufgesucht, der ein Röntgenbild macht und Genaueres zu der Verletzung sagen kann. Bei Bestätigung des Bruchs wird eventuell ein Gips angelegt. Bei Bedarf kann außerdem ein Ultraschall gemacht werden und für ganz schlimme Fälle steht immer der „Teddyprofessor“ für eine Not-OP bereit. Alle nicht ganz so schlimmen Fälle werden von den „Teddydocs“ selbst behandelt: mithilfe von Verbänden, Pflastern, Spritzen, Tropfen. Am Ende der Behandlung bekommt jeder „Patient“ ein Rezept ausgestellt, das sein Begleiter in der Apotheke einlösen kann. Der „Teddydoc“ geht mit seinem Patienten in die Apotheke im Nebenraum. Dort warten bereits die „Teddyapotheker“ darauf, das Rezept entgegenzunehmen und Wärmflaschen, Eisbeutel oder Tees einzupacken und noch ein paar Tipps zur Anwendung und zur „Kuscheltherapie“ zu geben.

Die Kindergärten in der Region wurden vom Lions-Club schriftlich eingeladen. Bislang haben zwölf Einrichtungen rund 300 Mädchen und Jungen angemeldet. Eine „Praxisgebühr“ wird nicht erhoben und auch die Medikamente sind zuzahlungsfrei. Weitere Infos im Internet unter der Adresse www.teddyklinik-marburg.de.

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