Kultursommer Nordhessen zeigt "Die Odyssee" im Kloster Haina

Wenn zwei Götter ein Epos erzählen

Haina (Kloster) - Der „Göttervater Zeus“ im 70er-Jahre-Glamrock-Stil spielt E-Bass unter dem Kruzifix im Hohen Chor der Klosterkirche: Die Aufführung der Erfurter „Theaterfabrik“ im Rahmen des Kultursommers Nordhessen am Donnerstag war gleich in mehrfacher Hinsicht eine Besonderheit.

Eigentlich sollte das Stück im Rosengarten am Kreuzgang aufgeführt werden. Doch wegen der angekündigten Gewitter verlegten die Veranstalter es kurzfristig in den östlichen Teil der Klosterkirche jenseits der Chorschranke. Mehr als 80 Besucher erlebten dort die „Odyssee“ als Zwei-Personen-Stück, das von der Frankenberger Zeitung präsentiert wurde.

Zunächst geht es aber nicht um Odysseus, sondern um die Göttin Hera (Christine Weidringer) und ihren Gemahl, den Göttervater Zeus (Klaus Tkasz). In deren Ehe läuft es wie in vielen anderen: Das einstige Feuer ist mittlerweile nur noch eine Glut und Zeus riskiert, sich beim Flirten mit anderen Frauen die Finger zu verbrennen.

Zeus und Hera beschließen deshalb, mal wieder etwas zusammen zu unternehmen - und die Geschichte der zwanzig Jahre dauernden Odyssee zu erzählen. Sie schlüpfen nicht nur in die Rollen von Odysseus und Penelope, sondern stellen auch Nebencharaktere dar, etwa den Zyklopen Polyphem, Circe und die Nymphe Kalypso, und spielen nebenbei auch noch Puppen- und Schattentheater.

Dritter „Hauptdarsteller“ ist ein von elastischen blauen Stoffbahnen umschlungenes Gestell, das sich mit wenigen Handgriffen der beiden Schauspieler wandelt: Es dient abwechselnd als Bett, Schiff, Meer, Zimmer, Höhle und Puppenbühne.

Mehr lesen Sie in der Samstagausgabe der Frankenberger Zeitung.

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