Frankenberg

Werksgelände soll Wohngebiet werden

- Frankenberg (jos). Die Produktion der Firma Thonet ist in das Werk II umgezogen. Im dadurch leer stehenden Werk I will der traditionsreiche Möbelhersteller jetzt Flächen an Gewerbetreibende vermieten. Das riesige Grundstück hinter dem Werk soll zu einem Wohngebiet werden. Dort könnten locker 30 Bauplätze für Einfamilienhäuser entstehen.

In einem ersten Gespräch habe der Frankenberger Fertighaushersteller FingerHaus bereits Interesse signalisiert, ein Wohngebiet auf dem alten Werksgelände zu vermarkten, berichtete Peter Thonet im Gespräch mit der WLZ-FZ. Gemeinsam mit Karl-Heinz Gloe bildet Thonet derzeit die Spitze des Familienunternehmens. Die beiden Geschäftsführer planen, einen Projektentwickler damit zu beauftragen, ein Konzept für ein Wohngebiet auf dem rund 33 000 Quadratmeter großen Areal zwischen Werk I und Adalbert-Stifter-Straße zu erstellen.

In die Planungen sei auch die Stadt Frankenberg mit eingebunden. Bürgermeister Christian Engelhardt würde ein Wohngebiet auf dem ehemaligen Werksgelände begrüßen, so Thonet. Derzeit befinden sich auf dem Areal noch ein Schornstein und mehrere leer stehende Industriegebäude, die abgerissen werden müssten.

Das Werk I indessen soll als gewerblich genutzte Halle erhalten bleiben. Nachdem Thonet bislang keinen Käufer für die Immobilie gefunden hat, plant das Unternehmen nun, die Halle in Parzellen zu unterteilen und an kleinere Firmen zu vermieten. „Bei den Größen der Parzellen sind wir relativ frei“, sagte Gloe. Die kleinste vermietbare Fläche liege bei etwa 300 Quadratmetern, insgesamt verfügt die Halle über eine Fläche von 2600 Quadratmetern. Als Monatsmiete stellt sich Thonet Beträge zwischen 1,50 und 4 Euro pro Quadratmeter vor.

„Die Vermietung kann im Grunde sofort starten, die Halle ist so gut wie leer“, sagte Thonet. Einige Interessenten gebe es schon. Möglich seien viele Nutzungsformen, sagte Gloe: Von produzierendem Kleingewerbe über Lagerflächen bis hin zu Existenzgründern. Behilflich bei der Vermarktung des „Thonet-Gewerbeparks“ sei auch Wirtschaftsförderer Siegfried Franke, erklärte Gloe auf Nachfrage. Die Verlagerung der gesamten Produktion in das Werk II auf der anderen Seite der Bahngleise sei abgeschlossen, berichteten die Thonet-Geschäftsführer. Die „produktionsnahe Verwaltung“ wie etwa die Abteilung Produktentwicklung werde in den nächsten Tagen ebenfalls neue Büros im Werk II beziehen. Einige Büros, wie etwa die der Geschäftsleitung, bleiben indessen in dem Verwaltungsgebäude am Werk I, in dessen Erdgeschoss demnächst auch der Werksverkauf einziehen soll.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Freitag, 2. September

Kommentare