Podiumsdiskussion zum Ärztlichen Bereitschaftsdienst in Rosenthal

Der wichtigste Gesprächspartner fehlt

Rosenthal - Auf dem Podium herrschte Einigkeit: Ein klares „Ja“ zum zentralen Ärztlichen Bereitschaftsdienst, aber mit einer Sonderregelung für Rosenthal. Kein Wunder: Die Entscheidungsträger von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen waren nicht vertreten. Und so bleibt die Ausnahme für Rosenthal weiterhin eine Forderung.

Einige Plätze auf dem Podium blieben leer: Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen, Frank Dastych, war nicht gekommen. Namensschilder hatte Bürgermeister Hans Waßmuth auch für Landrat Dr. Reinhard Kubat und seinen Stellvertreter, den Ersten Kreisbeigeordneten Jens Deutschendorf, umsonst vorbereitet - sie hatten ebenfalls wegen anderer Termine abgesagt. Der hessische Sozialminister Stefan Grüttner war der Einladung ebenfalls nicht gefolgt. Heinrich Heidel, Landtagsmitglied der FDP, hatte sich kurzfristig abgemeldet.

Und so sprachen auf dem Podium Hans Waßmuth, der Vorsitzende des VdK-Ortsverbands, Dieter Wegener, und die Landtagsabgeordneten Reinhard Kahl (SPD), Jürgen Frömmrich (Bündnis 90/Die Grünen) und Claudia Ravensburg (CDU) miteinander und mit den Zuschauern. Der Rosenthaler Stadtverordnetenvorsteher Konrad Trust moderierte den Abend.

Für die rund 100 Zuhörer wie auch die Teilnehmer auf dem Podium war die Situation frustrierend. Denn eine Diskussion kann nur aufkommen, wenn verschiedene Meinungsbilder aufeinandertreffen. Doch alle, die sich zum Mitreden vor Publikum bereit erklärt hatten, waren sich in der Kernfrage einig: Sie wollen für Rosenthal eine Ausnahmeregelung, nach der das bisherige Bereitschaftsdienstmodell der Gemeinschaftspraxis vor Ort beibehalten wird.

Die drei Landtagsabgeordneten betonten jedoch, dass die Einrichtung eines zentralen Ärztlichen Bereitschaftsdienstes (ÄBD) am Frankenberger Kreiskrankenhaus dennoch grundsätzlich richtig und notwendig sei. Claudia Ravensburg erinnerte daran, dass dies „beschlossene Sache“ sei. Allerdings gebe es eine 18-monatige Bewährungsfrist - und diese müssten die Rosenthaler nutzen, um für eine Ausnahme zu kämpfen.

Die Rosenthaler wollen weiter kämpfen, und zwar mit der Unterstützung von Stadt, Kreistag und Landtagsmitgliedern. Folgende Schritte sind geplant:

- Alle Beteiligten sollen eine gemeinsame Resolution verfassen, um die große Einigkeit gegenüber der KV nochmals deutlich zu machen.

- Die heimischen Bundestagsabgeordneten und alle gesundheitspolitischen Sprecher im Landtag sollen zum Gespräch eingeladen werden.

- Die Landtagsabgeordneten wollen parteiübergreifend erneut das Gespräch mit der KV suchen.

- Eine Petition soll vorbereitet werden, die Nummer liegt dem VdK bereits vor.

- Das Bundesgesundheitsministerium soll eingeschaltet werden. (apa)

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Mittwochausgabe der Frankenberger Zeitung.

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