Stadtwald bringt Gemünden Geld

Wieder "Punktlandung" in Planung

Gemünden - Der Gemündener Stadtwald ist ein stetiger Geldlieferant und wird dennoch nachhaltig bewirtschaftet. Im nächsten Jahr soll der Wald gut 100 000 Euro in die Stadtkasse spülen.

Zufrieden mit dem Holzmarkt, zufrieden mit dem Waldzustand - aber einige Probleme mit dem Wild: Die Bilanz von Revierförster Wolfgang Lauber und Arno Süssmann, stellvertretender Leiter des Forstamtes, für den Gemündener Stadtwald ist positiv. Im Rahmen des Abschlusssitzung der Stadtverordneten stellten sie den Forstwirtschaftsplan für das nächste Jahr vor. Wieder soll der Wald gutes Geld in die Stadtkasse spülen.

Süssmann ging zunächst auf die generelle Marktlage ein. Er zeigte sich erfreut, dass der Waldzustandsbericht für Hessen ein so positives Bild zeichne. Bis auf einige Eichenbestände in Südhessen sei der Wald in einem ausgesprochen gutem Zustand - so gut, wie seit Jahrzehnten nicht. „Auch der Holzmarkt steht so gut da wie lange nicht“, sagte Süssmann. Die Nachfrage übersteige das Angebot - eine ideale Ausgangsposition für Verkäufer wie die Stadt Gemünden. „Es ist davon auszugehen, dass die Preise im Laufe des Winters steigen“, sagte er etwa über die Fichte, bezog dies aber auch auf die meisten anderen Holzarten, insbesondere das Nadelholz. Aber auch die Preise für Laubholz seien stabil mit einer leichten Aufwärtstendenz.

Wegen dieser Tendenzen hat Revierförster Wolfgang Lauber derzeit auch noch etwa 300 Festmeter Holz im Wald liegen - er rechne mit einer Preissteigerung von bis zu vier Euro pro Meter in den nächsten Wochen und wolle der Stadt so einen kleinen Zusatzgewinn verschaffen. Generell habe der Gemündener Wald der Stadt im vergangenen Forstjahr 110 700 Euro eingebracht - ohne Jagderlöse einzuberechnen. Ähnlich soll es im nächsten Jahr sein: Lauber rechnet mit einem Überschuss von 103 300 Euro. Wie in den vergangenen Jahren will er dafür 5300 Festmeter Holz einschlagen. Frank Gleim lobte ihn, dass es 2012 und 2013 gelungen sei, diese Werte nur knapp zu über- und unterschreiten: „Ich denke, das waren Punktlandungen“. Diese Genauigkeit helfe, das Ergebnis aus dem Stadtwald im Haushalt einzuplanen.

Lauber erwähnte jedoch auch ein Problem im Gemündener Wald: Wildverbiss. Douglasien und Küstentannen müssten im Einzelschutz gesetzt werden „und das ist sehr teuer“. Helfen würde aber selbst dass nicht immer: Einige Rehböcke würden den Schutz hochschieben und die Pflanze dann abfressen. Aus den Hainaer Gemarkungen kämen zudem viele Hirsche und Schwarzwild und sorgten für Verwüstungen. „Vielleicht könnte man die Jagdpächter auffordern, mehr zu schießen“, sagte Lauber - insbesondere Rehböcke.

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